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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Ultraschalldekortikation zur Therapie des Pleuraempyems Stadium III

Meeting Abstract

  • Martin Hoffmann - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Stefan Limmer - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Karsten Köppe - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Erik Schlöricke - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Peter Kujath - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch331

DOI: 10.3205/12dgch331, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3316

Published: April 23, 2012

© 2012 Hoffmann et al.
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Einleitung: Das Stadium III des Pleuraempyems ist gekennzeichnet durch feste schwartenartige Auflagerungen auf der viszeralen und parietalen Pleura. Um die Lunge wieder zur vollständigen Entfaltung zu bringen ist häufig eine ausgedehnte Dekortikation notwendig. Die viszerale Dekortikation ist häufig durch Parenchymfisteln kompliziert.

Material und Methoden: Zur Anwendung kam ein Ultraschallchirurgiegerät welches initial zur Säuberung von oberflächlichen Wunden entwickelt worden war. Mittels Kavitation und Strömungsenergie an der Spitze eines Ultraschallhandstücks können Auflagerungen auf Oberflächen schichtweise abgetragen werden. Hierbei wird vitales Gewebe geschont.

Es erfolgt die retrospektive Analyse einer prospektiven Kohorte von bis dato 16 Patienten, die bei einem Pleuraempyem Stadium III mittels des neuartigen Therapieansatzes behandelt werden. Es ist geplant eine Pilotstudie mit insgesamt 30 Patienten durchzuführen. Ein besonderer Fokus der Auswertung liegt auf der Dauer der Drainageneinlage, der OP-Dauer und der Notwendigkeit einer erneuten Operation wie auch der Gesamtaufenthaltsdauer. Diese Patienten wurden mit gematchten Patienten aus einer Datenbank infektiöser pulmonaler Erkrankungen mit einem Pleuraempyem verglichen.

Ergebnisse: Die ersten vorliegenden Daten zeigen deutliche Unterschiede in Bezug auf das Auftreten postoperativer persistierender Fisteln. Hier scheint ein möglicherweise signifikanter Vorteil für die Ultraschalldekortikation zu resultieren. Die Operationszeiten sind in beiden Gruppen nicht unterschiedlich, durch die kürzere Drainageneinlagedauer ist der Gesamtaufenthalt in der Gruppe mit Ultraschalldekortikation ebenfalls verkürzt. Majorkomplikationen traten in der Gruppe der Patienten mit Ultraschalldekortikation bis dato in einem Fall auf. Ein Patient mit schwerer Pneumonie und Pleuraempyem wurde im Rahmen eines septischen Schocks reanimationspflichtig, der Intensivaufenthalt verlängerte sich hierdurch um 14 Tage. Minorkomplikationen traten bei 18% der Patienten auf.

Schlussfolgerung: Die Ultraschalldekortikation ist in ihrer Anwendung einfach und sicher durchführbar. Aufgrund der entstehenden Aerosole erscheint ein Einsatz bei Patienten mit multiresistenten Keimen nicht indiziert. Durch die Dekortikation treten weniger pulmonale Fisteln auf, die Drainagenliegedauer ist dadurch verkürzt. Nach Abschluß der Pilotstudie soll die Durchführung einer multizentrischen Studie geprüft werden.