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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Langzeitresultate nach roboter-gestützter Thymektomie – Validierung einer neuen Operationstechnik

Meeting Abstract

  • Jens-Carsten Rückert - Campus Charité Mitte, Klinik für Allg.- Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • Marc Swierzy - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charite Campus Mitte, Thoraxchirurgie, Berlin
  • Jan Gregor - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charite Campus Mitte, Thoraxchirurgie, Berlin
  • Mahmoud Ismail - Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charite Campus Mitte, Thoraxchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch330

DOI: 10.3205/12dgch330, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3301

Published: April 23, 2012

© 2012 Rückert et al.
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Einleitung: Eine neue Qualität der minimal-invasiven Chirurgie wird durch den weltweit schnellem Anstieg der roboterassistierten Operationen mit dem da Vinci-Robotersystem (Intuitive Surgical, Mountain View, California) und insbesondere der roboterassistierten Thymektomien (rThx) charakterisiert. Meist bei Myasthenia gravis (MG) sowie immer bei Thymom ist die radikale Entfernung alles darstellbaren und potentiell ektopen Thymusgewebes erforderlich. Validierte Parameter der Verbesserung der Myasthenie sowie des Überlebens nach Thymom sind für die Etablierung der Operationstechnik maßgeblich.

Material und Methoden: Eine prospektive Studie analysierte 261 konsekutive rThx (1/2003-09/2011, mittleres Alter 40,3+/-15 Jahre, Range 4-86). Modifikationen, Konversionsrate und perioperative Morbidität wurden standardisiert erfasst. Spezifische technische Vorteile der Roboterassistenz wurden analysiert. Alle Patienten mit MG (230/88%) wurden hinsichtlich der Quantifizierung der Verbesserung der MG nach dem System der MGFA-Klassifikation (Myasthenia Gravis Foundation of America) untersucht. Das Staging der Thymome (48/18.4%) erfolgte nach der Masaoka/Koga- sowie der WHO-Klassifikation. Die Follow-up-Parameter spezifisches Überleben und Rekurrenz wurden kumulativ nach Kaplan-Meier bewertet.

Ergebnisse: Die Operationszeit aller rThx betrug 178+/-52 Minuten bei einer Konversionsrate von 1.1 %. Eine unilateraler Zugang von links wurde bei 255 Patienten (97.7%) vorgenommen, bilateral wurde bei 3 rThx operiert. Bei nicht vorhandener Mortalität lag die Morbiditätsrate bei 1.1%. Die kumulative Rate der Vollremissionen der MG lag bei 46% nach 55 Monaten. Eine Subgruppenanalyse ergab spezifische vorteilhafte klinische Konstellationen. Bisher ist nach rThx keine Rekurrenz aufgetreten, es besteht bisher keine thymomspezisfische Mortalität. Sinnvolle Selektionskriterien für die rThx bei Thymom wurden ermittelt.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der größten Serie von rThx wegen MG und Thymom sind überzeugend und ohne Unterschied verglichen mit einer medianen Sternotomie. Die technischen Vorteile der rThx erlauben eine sehr geringe Konversionsrate bei niedriger Morbidität auch bei erhöhtem BMI. Die rThx kann derzeit als vielversprechend angesehen werden und wird möglicherweise zum Standardverfahren für Patienten mit MG und/oder Thymom.