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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Tenckhoff-Katheter im Kindesalter

Meeting Abstract

  • Sandra Weih - Uniklinik Heidelberg, Chirurgische Klinik, Sektion für Kinderchirurgie, Heidelberg
  • Maximilian Göppl - Uniklinik Heidelberg, Chirurgische Klinik, Sektion für Kinderchirurgie, Heidelberg
  • Stefan Holland-Cunz - Uniklinik Heidelberg, Chirurgische Klinik, Sektion für Kinderchirurgie, Heidelberg
  • Ulf Hinz - Uniklinik Heidelberg, Chirurgische Klinik, Heidelberg
  • Patrick Günther - Uniklinik Heidelberg, Chirurgische Klinik, Sektion für Kinderchirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch321

DOI: 10.3205/12dgch321, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3216

Published: April 23, 2012

© 2012 Weih et al.
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Text

Einleitung: Tenckhoff-Katheter werden bei Kindern vorwiegend zur CAPD implantiert. Die Peritonealdialyse hat hierbei Vorteile zur Hämodialyse. Zur Implantation sind verschiedene Operationsverfahren beschrieben. Der Einsatz der Laparoskopie hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Insgesamt sind jedoch postoperative Probleme bei Tenckhoffkathetern häufig. Aus diesem Grund erfolgte eine kritische Beobachtung unserer eigenen Krankenverläufe mit besonderem Schwerpunkt auf chirurgische Komplikationen.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Auswertung wurden bei Tenckhoffkatheter-Implantationen zwischen 2000 und 2011, Alter, Geschlecht, vorangegangene Operationen bzw. Peritonitiden und das Auftreten von frühen (<4 Wochen) bzw. späten Komplikationen erhoben. Als Komplikation wurde dabei ein Zustand gewertet, der eine erneute chirurgische Intervention benötigte. Zusätzlich wurde in die Gruppen konventionelle Implantationstechnik und in laparoskopisch-unterstützte Anlage unterschieden.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 167 Tenckhoff-Katheter-Neuanlagen bei 110 Patienten durchgeführt. 65% waren Jungen und 35% Mädchen. Das Patientenalter lag zwischen 3 Tagen und 20 Jahren (6,9 Jahre). 9% der Patienten waren Neugeborene, 15% unter einem Jahr und 76% älter als 1 Jahr. Zu 60% erfolgte die Anlage laparoskopisch unterstützt und zu 40% konventionell. Insgesamt mussten in 36% Revisionsoperationen durchgeführt werden. Hierbei handelte es sich in 56% um frühe und in 44% um späte Komplikationen. Postoperativ traten jeweils in 2% Narben- und Nabelhernien, in 5% Leckagen, in 7% Adhäsionen, in 8% Leistenhernien, in 9% Peritonitiden, in 13% Katheterokklusionen und in 18%, Katheter-Infektionen auf. Ein signifikanter Unterschied in Bezug auf eine benötigte Revisionsoperation konnte weder für das unterschiedliche Alter oder Geschlecht, noch für vorangegangene Operationen oder die Art der Teckhoff-Anlage nachgewiesen werden.

Schlussfolgerung: Tenckhoffkatheter sind ein weit verbreitetes Verfahren zur Dialyse im Kindesalter. Sowohl in der Literatur, wie auch in unserer Auswertung zeigen sich jedoch relativ häufig Probleme. Ursachensuche und Optimierung müssen aus diesem Grund ständig erfolgen. Auch wenn statistisch keine signifikanten Unterschiede nachweisbar sind, erscheint das laparoskopisch unterstützte Verfahren, besonders bei voroperierten Patienten oder nach ausgeprägten Peritonitiden sinnvoll.