gms | German Medical Science

129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Mikrochirurgische Rekonstruktionen nach traumatisch bedingten Gesichtsdefekten

Meeting Abstract

Search Medline for

  • Eva Gudewer - Klinikum Oldenburg, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Oldenburg
  • Marcin Kos - Klinikum Oldenburg, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Oldenburg
  • Gerd Popken - Klinikum Oldenburg, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Oldenburg
  • Artun Atac - Klinikum Oldenburg, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Oldenburg
  • Lei Li - Klinikum Oldenburg, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Oldenburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch315

DOI: 10.3205/12dgch315, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3156

Published: April 23, 2012

© 2012 Gudewer et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Ausgedehnte Gewebedefekte durch Traumata und nachfolgende Wundheilungsstörungen können nicht immer mit Methoden der lokalen Defektdeckung erfolgreich behandelt werden. Die Therapie großer Defektwunden gelingt mit einem interdisziplinären Konzept in dem frühzeitig die Indikationen für mikrochirurgischen Gewebetransfer gestellt wird.

Material und Methoden: Im Klinikum Oldenburg wurden von Oktober 2008 und September 2011 bei 5 Patienten mit ausgedehnen traumatisch bedingten Gesichtsdefekten 9 mikrochirurgische Gewebetransfers durchgeführt. Anhand von Fallbeispielen werden Behandlungsstrategien gezeigt, die einen Überblick über die Möglichkeiten des mikrochirurgischen Gewebetransfers bei ausgedehnten Defektwunden der Kopfes und anderer Regionen zeigen.Die Ursachen für die Entstehung der Wunden waren: Schussverletzung (2), Sturz (1), Hundebiss (1), Verkehrsunfall (1). Das Alter der Patienten lag zwischen 3 und 70 Jahren, 4 männliche Patienten und ein 3 jähriges Mädchen. Das Mädchen erhielt bei zwei Defektlokalisationen nach Hundebisstrauma (Abbildung 1 [Abb. 1]) im Gesicht und am Oberschenkel 2 Transplantate, ein weiterer Patient erhielt bei einem sehr komplexen Gesichtsdefekt nach Schussverletzung 3 mikrochirurgische Transplantate. Es wurden folgende mikrochirurgische Transplantate gewählt: 6x Latissimus dorsi-Lappen, 1x Radialis-Lappen, 2x osteokutane Fibula. ‚2x wurde für den Gefäßanschluss ein zusätzliches Veneninterponat (V. saphena magna) benötigt. Die Gefäß- Anastomosen erfolgen mit fortlaufender Naht und i.d.R. in End-zu-Seit-Technik.

Ergebnisse: Alle Transplantate sind eingeheilt. Ein Lappen wurde wegen einer Venenthrombose im Gefäßstiel erfolgreich revidiert. Ein Lappen zeigte nach 5 Tagen eine Perfusionsstörung mit der Folge eines Lappenteilverlustes (Fibula-Hautinsel).

Schlussfolgerung: Die Versorgung derartiger komplexer und schwerwiegender Verletzungen mit Defektwunden erfordert eine enge, hochqualifizierte und vor allem interdisziplinäre Betreuung. Die Defektdeckung mit mikrochirurgischem Gewebetransfer bringt vitales Gewebe in ein traumatisiertes Gewebelager. In den vorgestellten Fällen konnten die ausgedehnten Defektwunden durch mikrochirurgische Transplantate sicher gedeckt werden. Durch einen ungestörten Heilungsverlauf können Rehabilitations- Maßnahmen zügig eingeleitet werden.