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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Offener fetalchirurgischer Verschluss bei Myelomeningocele in Zürich

Meeting Abstract

  • Ueli Möhrlen - Chirurgische Klinik, Universitätskinderspital Zürich, Zürich
  • Alan Flake - The Children`s Hospital of Philadelphia, Fetal Surgery, Philadelphia, PA
  • Nicole Ochsenbein - Klinik für Geburtshilfe, Universitätsspital Zürich, Zürich
  • Margret Hüsler - Klinik für Geburtshilfe, Universitätsspital Zürich, Zürich
  • Roland Zimmermann - Klinik für Geburtshilfe, Universitätsspital Zürich, Zürich
  • Martin Meuli - Chirurgische Klinik, Universitätskinderspital Zürich, Zürich

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch312

DOI: 10.3205/12dgch312, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3121

Published: April 23, 2012

© 2012 Möhrlen et al.
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Text

Einleitung: Im Februar 2011 wurden die Daten der amerikanischen fetalen Myelomeningocelen Studie (MOMS) publiziert (NEJM). In dieser gross angelegten Multizenterstudie wurde der fetale MMC Verschluss als neuer Standard in der MMC Behandlung für entsprechend selektionierte Feten definiert.

Material und Methoden: Im Zürcher Zentrum für fetale Diagnostik und Therapie wurden bis heute zwei fetale MMC Verschlüsse erfolgreich durchgeführt. Selektion, Operation und postoperatives Management erfolgten entsprechend den Richtlinien der amerikanischen MOMS Studie.

Ergebnisse: 1. Fall: Beim Feten einer 37-jährigen Frau (4G3P) wurde die Diagnose eine lumbosacralen MMC gestellt. In der 24 5/7 Schwangerschaftswoche (SSW) wurde die MMC in einer offenen Operation verschlossen. Die Geburt erfolgte in der 35 SSW bei vorzeitigem Blasensprung mittels Sectio. Im Alter von 6 Monaten zeigte der Säugling ein Perzentilen entsprechendes Wachstum, eine mässige, aber nicht shuntpflichtige Hydrocephalie, eine moderate Paraparese sowie eine suffiziente Spontanmiktion. Im Gefolge des Eingriffs kam es zu einer milden Niereninsuffizienz unklarer Ätiologie sowie zu Oligohydramnion induzierten Hüftluxationen beidseits, welche einer chirurgischen Korrektur bedurften.

2. Fall: Beim Feten einer 30-jährigen Frau (1P1G) wurde eine lumbosacrale MMC diagnostiziert. Der offene fetalchirurgische Verschluss erfolgte in der 23 4/7 SSW. Die Schwangerschaft befindet sich aktuell in der 34. Woche. In den postoperativen, fetalen MRI Untersuchungen zeigt sich eine vollständige Regredienz der präoperativ vorhandenen Ventrikulomegalie sowie der Chiari II Malformation.

Schlussfolgerung: Der offene fetale MMC Verschluss wurde in Zürich bereits zweimal entsprechend den MOMS- Kriterien, erfolgreich und insbesondere unter Wahrung der mütterlichen Sicherheit, durchgeführt. Im ersten Fall zeigt sich ein klar besseres neurologisches Outcome, verglichen mit dem zu erwartenden Outcome bei postnataler Operation. Insbesondere konnte ein Shunt vermieden werden.