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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Histon-Modifikationsmuster beim organischen Hyperinsulinismus.

Meeting Abstract

  • Andreas Raffel - Uniklinik Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Markus Krausch - Uniklinik Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Kourosh Roushan - TU rechts der Isar, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, München
  • Martin Anlauf - Uniklinik Düsseldorf, Institut für Pathologie, Düsseldorf
  • Matthias Schott - Uniklinik Düsseldorf, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie, Düsseldorf
  • Kenko Cupisti - Uniklinik Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Wolfram Trudo Knoefel - Uniklinik Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Nikolas Hendrik Stoecklein - Uniklinik Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch260

DOI: 10.3205/12dgch260, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2602

Published: April 23, 2012

© 2012 Raffel et al.
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Einleitung: Malignitätsbeurteilung beim organischen Hyperinsulinismus bleibt auch trotz neuer Klassifikationen schwierig. In der vorliegenden Studie haben wir untersucht, ob Histonmodifikationsmuster eine Aussage über Tumorüberleben bzw. eine Malignitätsunterscheidung beim organischen Hyperinsulinismus ermöglichen.

Material und Methoden: Von 63 Patienten mit einem organischen Hyperinsulinismus wurden 4 “tissue microarray” (TMA) entsprechend der WHO-Klassifikation von 2004 konstruiert (WHO 1A - wdPET); WHO 1B – wdPETub); WHO 2 – wdPEC; WHO 3 - pdPEC). Von den Parafinproben wurden nach HE-Färbung repräsentative Schnitte aus den Lagerhans`chen Inseln, Primärtumoren, Lymphknoten- und Lebermetastasen gewonnen. Es erfolgte eine konsekutive immunhistochemische Färbung entsprechender TMA-Schnitte mit Antikörpern gegen: H3K9Ac, H3K18Ac, H4K12Ac, H3K4diMe und H4R3diMe. Eine Klassifizierung der Färbungen wurde mittels des immunreaktiven Score (IRS) nach Remmele durchgeführt und die Ergebnisse mit der WHO-und TNM-Klassifikation korreliert, wie auch die klinischen Follow-up Daten von im Mittel 107 Monaten (Spannweite: 1-312 Monate).

Ergebnisse: Ein nukleäres Färbemuster konnte für alle Antikörper gegen H3 und H4 beobachtet werden. Es zeigten sich signifikante Unterschiede im immunhistochemischen medianen Verteilungsmuster gegenüber allen untersuchten Gewebetypen (H3K9Ac, p=0.004; H3K18Ac, p=0.001; H4K12Ac, p=0.006; H4R3diMe, p=0.002) außer bei H3K4diMe (p=0.183). Korrelationen der Histonmodifikationen mit der WHO/TNM-Klassifikation und den klinischen Follow-up Daten, dargestellt in dichotomisierten Gruppen [“gering“ (score 0-3), “moderat” (4-7) vs. “hoch” (≥8)], zeigten das Patienten mit geringen H3K18Ac Level (“gering + moderat”) ein signifikant reduziertes tumorfreies Überleben gegenüber den Patienten mit erhöhten H3K18Ac Level (p=0.038) hatten. Darüber hinaus waren WHO-Klassifikation und Patientenalter ebenfalls von signikanter prognostischer Bedeutung in der univariaten Analyse. Im proportionalem Cox Hazard Model ließ sich der H3K18Ac Level als unabhängiger prognostischer Marker nachweisen.

Schlussfolgerung: An Hand unserer Daten ließ sich nachweisen, dass geringe K18 acetylation Level des Histons H3 ein unabhängiger prognostischer Marker beim organischen Hyperinsulinismus sind. Diese Daten bedürfen selbstverständlich einer Validierung. Allerdings sind unsere Daten vergleichbar mit verschiedenen publizierten Studien mit unterschiedlichen Tumorentitäten. Das breite Spektrum dieses Biomarker mag zu standardisierten Tests in naher Zukunft führen und hilfreich in der Behandlung des organischen Hyperinsulinismus sein.