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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Effektivität in der chirurgischen Fort- und Weiterbildung – Sind Vorträge auf Kongressen ein geeignetes Mittel zur Wissensvermittlung?

Meeting Abstract

  • Jörn Gröne - Charité - Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Seung-Hun Chon - Städtisches Klinikum Solingen, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Solingen
  • Jane Nutzmann - Städtisches Klinikum Solingen, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Solingen
  • Hans Joachim Meyer - Städtisches Klinikum Solingen, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Solingen
  • Jörg-Peter Ritz - Chirurgische Klinik I, CBF, Charité, Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Berlin
  • Heinz-Johannes Buhr - Chirurgische Klinik I, CBF, Charité, Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch243

DOI: 10.3205/12dgch243, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2438

Published: April 23, 2012

© 2012 Gröne et al.
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Text

Einleitung: Der Jahreskongress der wissenschaftlichen Fachgesellschaft dient der Vermittlung von aktuellem Wissen, chirurgischen Standards sowie Neuentwicklungen/Trends in der Chirurgie. Ungeklärt ist, ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wird, welche Unterschiede im Hinblick auf den Weiterbildungsgrad der Zuhörer bestehen und welche Themenbereiche am ehesten vermittelt werden. Ziel war es, während des Jahreskongresses der DGAV wissenschaftliche Sitzungen mit Hilfe eines Fragebogens unter den Zuhörern zu evaluieren.

Material und Methoden: Sitzungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten (MIC, Chirurgie der Schilddrüse, Status quo I, NOTES und Divertikulitis/CED) wurden ausgewählt. Fragebögen (7 standardisierte Fragen/Vortrag) wurden zu Beginn der Sitzungen ausgeteilt. Die Antwortmöglichkeiten wurden mittels 5-stufiger Likert-Skala erfasst (5=absolut; 4=größtenteils; 3=teils teils; 2=weniger; 1=gar nicht). Die Teilnahme an der Befragung war freiwillig und anonym. Die Auswertung erfolgte mit SPSS18 (Mann-Whitney-Test; Korrelation nach Pearson).

Ergebnisse: 331 auswertbare Fragebögen von 95 Chirurginnen und 236 Chirurgen [Alter:42a(25-70)] mit n=2073 Vortrags-Bewertungen aus 5 Sitzungen mit insgesamt 33 Vorträgen gingen in die Analyse ein. Der Anteil von Ärzten in Weiterbildung (WBA) war bei den weiblichen Besuchern signifikant höher als bei den männlichen (51% vs. 23%; p<0,001). WBA gaben einen geringeren Wissensstand und höheren Wissenszuwachs als Oberärzte an (p<0,001). Der Wissenszuwachs korreliert positiv mit der Zustimmung, sich selber der vorgeschlagenen Behandlung zu unterziehen (p<0,001). Im Median würden sich alle Zuhörer „größtenteils“ (4) selber so behandeln lassen, wie in den Vorträgen empfohlen wurde. Beim Thema MIC/NOTES lag diese Zustimmung im Vergleich zu allen anderen Sitzungen signifikant niedriger (p<0,001) (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Schlussfolgerung: Standardisierte Fragebögen ermöglichen die Bewertung von wissenschaftlichen Vorträgen zu Behandlungsstrategien für den Allgemein- und Viszeralchirurgen. Die Vermittlung relevanter Themen gelingt, ein Großteil der Aussagen findet eine breite Zustimmung und ist relevant für die tägliche Arbeit. Neuerungen werden als zukunftsweisend bewertet, aber gleichzeitig zurückhaltend in Bezug auf eine Anwendung bei sich selbst und im Alltag, als Ausdruck der fehlenden Erfahrung. Es erscheint sinnvoll, solche Evaluationen auch zukünftig fortzuführen.