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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Chirurgische Therapie und Langzeit-Outcome von ELBW-Frühgeborenen mit intestinaler Perforation

Meeting Abstract

  • Carmen Eicher - Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, Kinderchirurgie, Tübingen
  • Guido Seitz - Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, Kinderchirurgie, Tübingen
  • Andrea Bevot - Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, Kinderheilkunde III: Neuropädiatrie, Entwicklungsneurologie, Sozialpädiatrie, Tübingen
  • Rangmar Goelz - Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, Kinderheilkunde IV: Neonatologie, Tübingen
  • Jörg Fuchs - Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, Kinderchirurgie, Tübingen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch223

DOI: 10.3205/12dgch223, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2238

Published: April 23, 2012

© 2012 Eicher et al.
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Text

Einleitung: Die nekrotisierende Enterokolitis (NEC) und die fokal intestinale Perforation (FIP) sind mit einer hohen Morbidität bei extremen Frühgeborenen (extremly low birth weight, ELBW) behaftet. Das Ziel unserer Single-centre-Studie war das chirurgische Vorgehen, die Mortalität und das Langzeit-Outcome von ELBW-Frühgeborenen (FG) mit NEC und FIP zu evaluieren.

Material und Methoden: Alle ELBW FG (<1000 g) mit NEC und FIP wurden von 2002 bis 2007 retrospektiv analysiert. Folgende Daten wurden erhoben: chirurgische Therapie, Mortalität, chirurgische Komplikationen und Dauer der parenteralen Ernährung. Kurzzeit- und Langzeit-Outcome nach 2 bis 7 Jahren wurden im Vergleich mit einer matched pair Kontrollgruppe erhoben.

Ergebnisse: Von 280 ELBW FG wurden 28 chirurgisch therapiert, 19 aufgrund einer FIP und 9 wegen einer NEC. 14 FG der FIP Gruppe wurden primär laparotomiert, 5 mit einer initialen peritonealen Drainage (PD) versorgt. In der NEC Gruppe erhielt nur ein Patient eine PD. Eine PD wurde bei instabilen FG eingelegt und es folgte immer eine sekundäre Laparotomie nach Stabilisierung. 5 von 28 (18%) chirurgisch therapierten ELBW FG und 4 von 28 (14%) FG der Kontrollgruppe verstarben. Folgende chirurgische Komplikationen traten auf: Platzbauch (n=1), Kurzdarm (n=1), Wunddehiszenz (n=4), Stomaprolaps (n=5), parastomale Hernie (n=2), Stomafistel (n=1) und Wundinfektion (n=2). Die Dauer der parenteralen Ernährung war kürzer in der FIP Gruppe, während kein Unterschied in der Dauer des Krankenhausaufenthaltes und der Zeit bis zur Stomarückverlagerung in beiden Gruppen bestand. 11 der 23 (47,8%) überlebenden Patienten mit NEC oder FIP wiesen eine neurologische Entwicklungsverzögerung auf, verglichen mit 9 von 24 (37,5%) in der Kontrollgruppe.

Schlussfolgerung: Die chirurgische Therapie extremer Frühgeborener mit NEC und FIP bleibt eine Herausforderung. Unsere Vorgehensweise wies eine geringe Mortalität auf. Die neurologische Entwicklungsverzögerung scheint eher durch die extreme Frühgeburtlichkeit als durch eine Darmperforation aufgrund von NEC oder FIP begründet zu sein.