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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Unfallchirurgie-Geriatrie in Partnerschaft. Erfahrungen aus einem zertifizierten Zentrum für Alterstraumatologie

Meeting Abstract

  • Axel Prokop - Kliniken Sindelfingen, Unfallchirurgie, Sindelfingen
  • Norbert Futterer - Kliniken Sindelfingen, Unfallchirurgie, Sindelfingen
  • Claudia Schark - Kliniken Sindelfingen, Akutgeriatrie, Sindelfingen
  • Michael Reinauer - Kliniken Sindelfingen-Böblingen, Geriatrische Rehaklinik, Böblingen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch220

DOI: 10.3205/12dgch220, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2202

Published: April 23, 2012

© 2012 Prokop et al.
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Einleitung: Die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft führt in allen Bereichen zu einschneidenden Veränderungen. Der Altersdurchschnitt wächst pro Jahr um drei Monate an. In unserem Krankenhaus sind von über 2700 stationär behandelten Patienten bereits ein Drittel über 70 Jahre alt.

Material und Methoden: Um die Behandlung dieser Patienten zu optimieren und klare, für alle an der Behandlung beteiligter Personen (Notaufnahme, Unfallchirurgie, Anästhesie, Radiologie, Sozialdienst, Pflege, Physiotherapie, Hilfsmittelversorger, Geriater, Rehabilitation) zu regeln, haben wir 2008 beschlossen ein Zentrum für Alterstraumatologie nach DIN ISO 9000 vom TÜV zu zertifizieren. In einem ersten Schritt wurden die Behandlungsabläufe beschrieben und mit den gesetzlichen Vorgaben und den Leitlinien abgestimmt und in wiederholten Sitzungen ein Qualitätshandbuch erstellt. Die Zusammenarbeit aller Berufgruppen insbesondere an den Schnittstellen wurden beschrieben und optimiert. Eine Akut Geriatrie wurde eingerichtet. Richtlinien zur Therapie und Nachbehandlung gemeinsam mit einer angegliederten geriatrischen Rehaklinik und den dort aktiven Geriatern wurden festgelegt.

Ergebnisse: Zur Qualitätskontrolle wurden Parameter definiert (Aufnahme und Diagnostik in 90 Minuten abgeschlossen, Operationen in über 80% in den ersten 24 Stunden, über 80% Entlassung in alte Umgebung, etc.). Alle Zielwerte wurden im ersten Jahr erreicht bzw. unterschritten. Die Letalitätsrate bei proximalen Femurfrakturen wurde auf 4,7% weit unter den Bundesdurchschnitt gesenkt. Alle gesetzlichen Vorgaben (Hygiene, Röntgenverordnung, Abfall, Brandschutz, Geräteschulungen, etc.) wurden durch interne Fortbildungen durchgesetzt. Nach einem internen Audit erfolgte nach 1 Jahr die erfolgreiche TÜV-Zertifizierung und 1 Jahr später das Reaudit. Die abgerechnete geriatrische Komplexbenahdlung stellt mit einem CMI von 3,6 die höchste Einnahmenquelle der Klinik.

Schlussfolgerung: Alle Mitarbeiter waren trotz Mehrarbeit durch ihre aktive Anteilnahme sehr motiviert. Die Abläufe konnte in allen Bereichen optimiert werden. Alle gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien werden im Haus eingehalten. Die Ergebnissqualität konnte deutlich gebessert werden. Die geriatrische Komplexbehandlung konnte eingeführt werden. Für alle Beteiligten war die Zertifizierung ein Erfolg. Eine Weiterentwicklung und Ausbau ist geplant.

Die interdisziplinäre Behandlung der Patienten konnte die Ergebnisse verbessern und den Horizont aller Therapeuten erheblich erweitern.