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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Die präoperative Cross-flow Bestimmung mittels trancraniellem Doppler (TCD) zur Bestimmung des Risikos einer Klemm-Ischämie im Rahmen der Carotis TEA

Meeting Abstract

  • Nicolas Attigah - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie, Heidelberg
  • Serdar Demirel - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie, Heidelberg
  • Peter Ringleb - Universitätsklinikum Heidelberg, Department für Neurologie, Heidelberg
  • Ulf Hinz - Einheit für Dokumentation und Medizininformatik der chirugischen Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg
  • Alexander Hyhlik-Dürr - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie, Heidelberg
  • Dittmar Böckler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch203

DOI: 10.3205/12dgch203, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2038

Published: April 23, 2012

© 2012 Attigah et al.
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Text

Einleitung: Die Strategie der selektiven Shunt-Einlage wird bei der Thrombendarterektomie der A. carotis interna von vielen Chirurgen bevorzugt, da so das Risiko für Shunt assoziierte Komplikationen auf ein Minimum reduziert wird. Die neurologische Stabilität während der Klemmphase hängt hierbei von der zerebralen Kollateralisation ab, bei der insbesondere der A. cerbebri communicans anterior eine zentrale Bedeutung (ACOA) zukommt. Ziel der dieser retrospektiven Studie war es mittels einer präoperativen transcraniellen dopplersonographischen Bestimmung (TCD) des Cross-flow über die (ACOA) das Risiko einer Klemmischämie zu bestimmen.

Material und Methoden: Zwischen 01/1999 und 12/2008 wurden in der gefäßchirurgischen Klinik der Universität Heidelberg 2112 Carotis TEAs durchgeführt. Dabei erfolgte bei 93 Patienten eine sekundäre Shunt-Einlage aufgrund einer Klemm-Ischämie wovon 36 Patienten mit auswertbarer TCD Messung zur Auswertung kamen. Diesem Kollektiv wurde ein Vergleichskollektiv von Patienten gegenübergestellt, die keine neurologische Symptomatik während der Abklemmphase aufwiesen. Der Vergleich erfolgte als Matched-pair Analyse. Die Match-Kriterien waren Geschlecht, Art der Stenose (asymptomatisch vs. symptomatisch) und Stenosegrad der kontralateralen A. carotis interna.

Ergebnisse: Die Patienten, die augrund einer Klemm-Ischämie eine sekundäre Shunt-Insertion erhielten wiesen im präoperativem TCD eine signifikant niedrigere Cross-flow Rate auf als die Kontrollgruppe. (n=14; 38,89% vs. 32 88,894; p=0.0001). Das Vorliegen einer Media-Zirkulationsstörung war mit dem Vorhandensein eines Cross-flows über die ACOA assoziiert (OR 3,21; p=0,0531; likelihood ratio test 0,0418). Andere Faktoren wie Niereninsuffizienz, der ipsilaterale Stenosegrad oder der Stumpfdruck zeigten in einer multivariaten Analyse keine Assoziation mit dem Kollateralfluss über die ACOA.

Schlussfolgerung: Stellt bei der Carotis TEA die selektive Shunt-Anlage die bevorzugte Strategie dar, kann mit der präoperativen Bestimmung des Cross-flows einfach und nicht invasiv das Risiko einer Klemm-Ischämie bestimmt werden.