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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Neuromonitoring nach kardiochirurgischen Eingriffen zur Detektion von zentralen Funktionseinschränkungen

Meeting Abstract

  • Thomas Kuhl - Uniklinik Köln, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Köln
  • Stefanie Wendt - Uniklinik Köln, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Köln
  • Georg Langebartels - Uniklinik Köln, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Köln
  • Guido Michels - Uniklinik Köln, Klinik III für Innere Medizin - Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und intern. Intensivmedizin, Köln
  • Thorsten Wahlers - Uniklinik Köln, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch172

DOI: 10.3205/12dgch172, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1725

Published: April 23, 2012

© 2012 Kuhl et al.
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Einleitung: Nach herzchirurgischen Eingriffen kommt es in 1–6 % der Fälle zu schweren neurologischen Defiziten. Die Mortalität ist in diesen Fällen deutlich erhöht. Ebenso kommt es zu einer Verlängerung der Krankenhaus- und ICU-Liegedauer. Wir evaluierten das BIS (Bispectral Index) Monitoring in Kombination mit laborchemischen Parametern der neuronalen Schädigung (NSE) und dem Glasgow Coma Scale (GCS).

Material und Methoden: 32 Patienten nach kardiochirurgischem Eingriff und verzögerter Aufwachreaktion nach Beendigung der Analgosedierung für 24 Stunden wurden mit dem BIS-System ausgestattet. Wir ermittelten die BIS, die GCS und die NSE Werte. Die Kontrollgruppe stellte sich klinisch unauffällig dar und konnte zügig extubiert werden. Wir verglichen die GCS Werte zum ICU Aufnahme- und Entlassungszeitpunkt, die postoperativen BIS (Kontrolle vor Extubation und Komagruppe ab der 24. Stunde nach Sedierungsende im 8 h Intervall) sowie die NSE Werte.

Ergebnisse: Signifikante Unterschiede zeigten sich bei den GCS-Werten zum ICU-Entlassungszeitpunkt (Kontrolle (n=28): 15± 0 vs. Komagruppe (n=32): 7,8±5; p< 0,001) und Krankenhaus- Entlassungszeitpunkt (Kontrolle: 15±0 vs. Komagruppe: 8,3±5; p < 0,001) und bei den BIS Werten (z.B. 8 h Wert: Kontrolle: 85±8 vs. Komagruppe: 49,6±19; p < 0,001). Die NSE-Werte waren in der Komagruppe nicht signifikant erhöht. Die Komagruppe hatte signifikant längere Herzlungenmaschinen-Zeiten (Kontrolle: 122±54 vs. Komagruppe: 174±81; p < 0,001) und ICU-Liegedauer (Kontrolle: 3,9±6; vs. Komagruppe: 17± 15; p < 0,001).

Schlussfolgerung: Das BIS-Monitoring eignet sich zur Verlaufskontrolle bei prolongiertem Koma nach kardiochirurgischen Eingriffen, da es mit dem klinischen Erscheinungsbild besser korreliert als mit der NSE-Wert. Die Ergebnisse rechtfertigen die Initiierung einer längerfristigen Beobachtungsstudie.