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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Erfahrungen mit standardisierten Risiko-adaptierten Immunsuppressionsschemata an einem Zentrum

Meeting Abstract

  • Georg Dieplinger - Universitätsklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln
  • Sven Teschner - Universitätsklinik Köln, Klinik II für Innere Medizin, Köln
  • Tülay Kisner - Universitätsklinik Köln, Klinik II für Innere Medizin, Köln
  • Roger Wahba - Universitätsklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln
  • Dirk Stippel - Universitätsklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch160

DOI: 10.3205/12dgch160, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1603

Published: April 23, 2012

© 2012 Dieplinger et al.
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Einleitung: Immunsuppression wird üblicherweise in Kombinationsprotokollen durchgeführt. Sie bestehen aus einem Calcineurininhibitor, Proliferationshemmern, Steroiden +/- Antikörper und balancieren das immunologische Risiko und die zu erwartenden Nebenwirkungen. Über 4 Jahre wurden 5 standardisierte Schemata nach festen Regeln zugeordnet. Ziel dieser retrospektiven Untersuchung war es, die Erfahrungen eines Zentrums entsprechend der Substanzgruppen zu untersuchen.

Material und Methoden: 155 von 162 an unserer Klinik zwischen 2007 und 2010 durchgeführten adulten NTX wurden retrospektiv betrachtet. Für die Einteilung in die Protokolle waren Retransplantation, PRA, HLA-Mismatch und Organqualität relevant. 44 (29%) der Patienten erhielten ein auf Cyclosporin basiertes Schema. Die übrigen 110 (71%) erhielten ein Tacrolimusschema, wobei 82 (75%) dieser Patienten mit Antikörpern (Thymoglobulin oder Basiliximab) induziert wurden. Erfasste Parameter waren AR im ersten Jahr, Kreatininclearance, Absetzen der Steroide und Wechsel des CNI, sowie die Komplikationen Diabetes mellitus und CMV.

Ergebnisse: Patienten mit Cyclosporinschema zeigten eine signifikant höhere Rate biopsiegesicherter akuter AR als Patienten mit Tacrolimusschema (16 Patienten von 44 im Cyclosporinschema [36%] gegenüber 21 Patienten von 110 im Tacrolimusschema [19%]; 17% Unterschied; p<0.05). 13 von 41 (32%) Patienten mit Cyclosporinschema konnten nicht im Protokoll verbleiben und wurden im ersten Jahr auf ein Tacrolimusschema umgestellt. Prednisolon war nach einem Jahr bei keinem der Patienten mit Cyclosporinschema und bei 12 von 110 (11%) Patienten mit Tacrolimusschema abgesetzt worden (p<0.05). Die beiden Gruppen zeigten keinen signifikanten Unterschied bezüglich Nierenfunktion (Kreatininclearance bei Entlassung + 1y followup), CMV Komplikationen und neuaufgetretenem insulinpflichtigem Diabetes mellitus.

Schlussfolgerung: Entgegen der Erwartungen traten in der low risk Gruppe, die mit einem Cyclosporin basiertem Schema behandelt wurde, mehr AR auf als bei Patienten im Tacrolimusprotokoll. Dennoch wurde der hohe Anteil von 44 (36%) Patienten initial nach Cyclosporinschema behandelt. 13 dieser Patienten mussten im ersten Jahr auf ein Tacrolimusschema umgestellt werden. Im Vergleich zwischen beiden Gruppen zeigt sich kein signifikanter Unterschied bezüglich Nierenfunktion und den ausgewählten Komplikationen.