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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Einfluss von Alkohol auf S100B

Meeting Abstract

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  • Thomas Brin - St. Joseph-Hospital, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Bremerhaven
  • Katrin Borucki - Universitätsklinikum Magdeburg, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Magdeburg
  • Andreas Ambrosch - St. Joseph-Hospital, Institut für Laboratoriumsmedizin und Infektionsdiagnostik, Bremerhaven

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch089

DOI: 10.3205/12dgch089, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0899

Published: April 23, 2012

© 2012 Brin et al.
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Einleitung: S100B gehört zu einer Familie Ca2+-bindender Proteine, die überwiegend in Zellen des ZNS vorkommen. Bei traumatischen Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke kann es im Serum erscheinen und als diagnostischer „prä-CT“-Marker zum Ausschluss von leichten Schädel-Hirn-Traumata (LST) genutzt werden. Annähernd 50% der Patienten mit LST sind alkoholisiert. Bislang ist unklar, ob Alkohol per se Einfluss auf die S100B Konzentration hat. In den folgenden Untersuchungen wurde deshalb der Einfluss von Blutalkohol auf S100B sowohl experimentell als auch klinisch untersucht.

Material und Methoden: Nach einem standardisierten Protokoll mit oraler Alkoholbelastung/i.v.-Alkoholinfusion wurde zunächst an gesunden Probanden (n=12) der Einfluss von Alkohol auf S100B Serumkonzentrationen im Zeitverlauf untersucht. Darüberhinaus wurden in einer Fall-Kontrollstudie die S100B Konzentrationen von akut alkohol-intoxikierten Patienten mit denen von geschlechts- und altersadjustierten, nüchternen Kontrollpersonen verglichen.

Ergebnisse: Die experimentelle Alkoholbelastung bis zu einer steady state- Blutalkohol-Konzentration von 100 mg/dl (ca. 1 ‰) zeigte keinen Effekt auf die S100B Serumkonzentration im Verlauf. Im Gegensatz hierzu waren bei 39% der alkohol-intoxikierten Patienten (n = 61; Blutalkohol 251 ± 87 mg/dl) pathologisch erhöhte S100B Serumkonzentrationen nachweisbar (S100B bei Patienten vs. Kontrollen: 0.193 ± 0.45 bzw. 0.063 ± 0.059 µg/L; P<0.001). Eine signifikante Korrelation zwischen Blutalkohol-Konzentration und S100B wurde nicht gefunden.

Schlussfolgerung: Aus den vorliegenden Ergebnissen kann gefolgert werden, dass unkontrollierter Alkoholgenuss mit Blutalkoholwerten weit über 100 mg/dl zu pathologischen Erhöhungen von S100B führt.