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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Notfallröntgen bei verletzten Kindern und Jugendlichen

Meeting Abstract

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  • Thomas Ruffing - Westpfalz-Klinikum, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Kaiserslautern
  • Georg Arend - Westpfalz-Klinikum, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Kaiserslautern
  • Markus Muhm - Westpfalz-Klinikum, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Kaiserslautern
  • Hartmut Winkler - Westpfalz-Klinikum, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Kaiserslautern

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch075

DOI: 10.3205/12dgch075, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0756

Published: April 23, 2012

© 2012 Ruffing et al.
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Einleitung: Voraussetzung für die Behandlung kindlicher Frakturen und Luxationen ist neben der Kenntnis der Wachstumsphänome des Skeletts, der alterspezifischen Konsolidierungszeiten sowie der typischen Verletzungsmuster vor allem die korrekte Interpretation der Röntgenaufnahme(n). Insbesondere die zahlreichen, zu unterschiedlichen Zeiten erscheinenden und miteinander verschmelzenden Kernsysteme werden oft als freie Gelenkkörper oder Fraktur fehlinterpretiert. Im Deutschen Ärzteblatt wurde berichtet, dass in der Zentralen Notaufnahme „unter ökonomischen Zwängen häufig „preiswerte“ Jungassistenten anstatt erfahrene Fachärzte für diese hochdifferenzierte Tätigkeit eingesetzt werden.“ (DÄ Heft 30/2011 S.1375). In Zusammenschau der offensichtlichen Diskrepanz des schwierig zu beurteilenden kindlichen Röntgenbildes bei meist berufsunerfahrenem Befunder sollte die Häufigkeit der in einer Zentralen Notaufnahme zu interpretierenden Röntgenbilder evaluiert werden.

Material und Methoden: Die Datenaquise aus dem Radiologischen Informationssystem der Klinik über einen Zeitraum von 18 Monaten ergab 10232 Röntgenaufnahmen bei 3634 verletzten Notfallpatienten zwischen 0 und 17 Jahren. Die Patientenstammdaten Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Versicherungsstatus, Untersuchungsdatum und Uhrzeit der Untersuchung sowie die Untersuchungsdaten Zielorgan und Anzahl der Röntgenaufnahmen wurden ausgewertet. Die einzelnen Röntgenaufnahmen konnten insgesamt 45 Standardprojektionen zugeordnet werden.

Ergebnisse: Das Verhältnis männlich zu weiblich (m:w) betrug 3:2. Mehr als Dreiviertel (76%) aller Röntgenaufnahmen wurden im Bereitschaftsdienst angefertigt. Die Röntgenaufnahme des Sprunggelenks war mit 11% die am häufigsten angeordnete Untersuchung. In der Subgruppe Mädchen im Jugendalter (14-17 Jahre) war die Sprunggelenksaufnahme sogar mit 15% vertreten. Die Röntgenuntersuchungen des Schädels, des Handgelenks, des Fingers und des Sprunggelenks hoben sich deutlich von allen anderen Lokalisationen ab und stellten gemeinsam 40% aller der bei Kindern und Jugendlichen angeordneten Röntgenbilder dar.

Schlussfolgerung: Die Interpretation von Röntgenbildern verletzter Kinder und Jugendlicher erfolgt im wesentlichen im Bereitschaftsdienst. In der studentischen bzw. fachärztlichen Ausbildung sollte der Focus neben den bekannten Kadiläsionen besonders auf häufig angeforderte Röntgenaufnahmen und die zu erwartenden typischen Verletzungsmuster gerichtet werden. Insbesondere die gesamte Bandbreite der Sprunggelenksverletzungen von der Distorsion über die metaphysäre Stauchungsfraktur bis hin zur Übergangsfraktur sollte vorrangig vermittelt werden.