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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Die schwierige biliodigestive Anastomose – Erste Ergebnisse zur Rekonstruktion mit einer T-Dränage in der Hepatico-Jejunostomie

Meeting Abstract

  • Torsten Herzog - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Philipp Bakowski - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Monika Janot-Matuschek - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Dominique Sülberg - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Orlin Belyaev - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Ansgar Michael Chromik - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch032

DOI: 10.3205/12dgch032, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0328

Published: April 23, 2012

© 2012 Herzog et al.
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Einleitung: Das Risiko einer Gallefistel nach Anlage einer Hepatico-Jejunosotmie beträgt 2,3 % – 8 % (de Castro et al. 2005). Das höchste Risiko besteht bei Patienten mit schmalen oder dünnwandigen Gallengang. Ob sich durch eine präventive Anlage einer T-Dränage in die Hepatico-Jejunostomie die Rate an Gallefisteln reduzieren lässt, wurde bisher nicht untersucht.

Material und Methoden: Retrospektive Auswertung aller Patienten, bei denen nach Pankreaseingriffen die Anlage der Hepatico-Jejunostomie aufgrund eines schmalkalibrigen (≤ 5 mm) oder dünnwandigen Gallengangs mit einer T-Dränage in der Anastomose erfolgte.

Ergebnisse: Innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren von 01/2004 bis 12/2009, wurde bei 744 Patienten nach Pankreaskopfresektion, totaler Pankreatektomie oder palliativer Bypass OP eine Bei 62 dieser Patienten erfolgte die Anlage der Hepatico-Jejunostomie aufgrund eines schmalen oder dünnwandigen Gallengangs mit einer T-Dränage in der Anastomose. Bei diesen Patienten trat eine Gallefistel in 8 % (5/62) auf. Eine operative Revision bei einer Insuffizienz der Hepatico-Jejunostomie erfolgte bei 6 % (4/62). Die Letalität betrug 5 % (3/62), die Morbidität 53 % (33/62). Die Mortalität im Gesamtkollektiv betrug 4,3 % (32/744), die Morbidität 39,4 % (293/744). Dränage-assoziierte Komplikationen traten bei 15 % (9/62) der Patienten auf. Aufgrund einer Cholangitis erhielten 8 % (5/62) der Patienten nach T-Dränagenentfernung eine Antibiotikatherapie. Trotz erneuter stationärer Aufnahme zur Entfernung der T-Dränage war die postoperative Gesamtverweildauer bei Patienten mit T-Dränage kürzer (17 ± 10 Tage) als im Gesamtkollektiv (19 ± 13 Tage).

Schlussfolgerung: Durch Einlage einer T-Dränage lassen sich Gallefisteln bei schmalem Gallengang nicht vermeiden. Obwohl Patienten mit T-Dränage ein zusätzliches Risiko Dränage-assoziierter Komplikationen aufweisen, ist die Gesamtmorbidität sowie die Letalität nicht erhöht, auch ist die stationäre Aufenthaltsdauer ist nicht länger. Eine prospektive Untersuchung bei schmalem Gallengang mit und ohne T-Dränage in der Hepatico-Jejunostomie wurde initiiert.