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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

APAP-Trial: Eine randomisiert-kontrollierte klinische Pilot-Studie zur perioperativen Aspirineinnahme in der Allgemein- und Viszeralchirurgie (ISRCTN45810007)

Meeting Abstract

  • Dalibor Antolovic - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Heidelberg
  • Anastasia Rakow - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Heidelberg
  • Pietro Contin - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Heidelberg
  • Alexis Ulrich - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Heidelberg
  • Jürgen Weitz - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Leiter der Sektion Chirurgische Onkologie, Heidelberg
  • Markus Wolfgang Büchler - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Heidelberg
  • Moritz Koch - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch019

DOI: 10.3205/12dgch019, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0199

Published: April 23, 2012

© 2012 Antolovic et al.
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Text

Einleitung: Die klinische Chirurgie sieht sich durch die demographische Entwicklung zunehmend mit Patienten mit Thrombozytenaggregationshemmern in der Dauertherapie konfrontiert. Obwohl dieser Umstand in der täglichen Routine einen breiten Raum einnimmt, fehlen ein breiter Konsens und valide wissenschaftliche Daten zum perioperativen Management mit diesen Substanzen.

Material und Methoden: Zwischen 01/2009 und 01/2010 wurden 52 elektive Niedrigrisikopatienten (Cholecystektomien, Inguinalhernienversorgungen, kolorektale Resektionen) in diese Studie eingeschlossen und in die perioperative Fortführung bzw. Absetzen der Aspirineinnahme randomisiert. Primäre Endpunkte waren das Auftreten von perioperativen Blutungskomplikationen bzw. thromboembolische Ereignisse bis zum 30. postoperativen Tag.

Ergebnisse: In jede der beiden Gruppen wurden jeweils 26 Patienten randomisiert. Ein Patient in der Aspirinfortführungsgruppe musste wegen einer chirurgischen Nachblutung revidiert werden. Thromboembolische Ereignisse fanden sich in beiden Gruppen im Follow-up nicht. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den sekundären Endpunkten (z.B. Blutverlust, Transfusionsnotwendigkeit, perioperative Morbidität/Mortalität). Durch die Heterogenität der perioperativen Handhabung im Hinblick auf die Aspirineinnahme ist die Patientenrekrutierung für Studien dieser Art erschwert.

Schlussfolgerung: Die perioperative Einnahme von Aspirin hat in dieser Pilotstudie keinen Einfluss auf schwere Blutungskomplikationen bei Niedrigrisikopatienten im elektiven Setting der Allgemein- und Viszeralchirurgie, somit könnte Aspirin perioperativ weitergenommen werden. Weitere konfirmierende Studien an grösseren Patientenzahlen sind dringend notwendig, um unsere Ergebnisse zu bestätigen und in die Erstellung von Leitlinien einzufliessen. Die schwierige Rekrutierung für diese Studie spiegelt die Heterogenität der perioperativen Handhabung mit Aspirin wider und verdeutlicht die klinische Wichtigkeit dieser Frage.