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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Minimalisierung der Minimal Invasiven Chirurgie mit alltäglichen Instrumenten – Was ist möglich?

Meeting Abstract

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  • Hamid Mofid - Israelitisches Krankenhaus, Chirurgische Klinik, Hamburg
  • Carsten Zornig - Israelitisches Krankenhaus, Chirurgische Klinik, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch844

DOI: 10.3205/11dgch844, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch8446

Published: May 20, 2011

© 2011 Mofid et al.
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Einleitung: Die laparoskopische Chirurgie hat deutlich zur Verringerung des Operationstraumas geführt. Durch die NOTES- Debatte in den letzten Jahren ist der Gedanke der weiteren Minimalisierung der minimal invasiven Chirurgie aufgekommen. Pure NOTES Prozeduren sind längst nicht reif für den täglichen Einsatz. Hier möchten wir jedoch einige Techniken zur Umsetzung des Aspektes der weiteren Minimalisierung mit herkömmlichen Instrumenten vorstellen.

Material und Methoden: In 5 Videosequenzen wird die Entwicklung der Cholezystektomie mit 4 Trokaren zur Single-Access Operation demonstriert. Zunächst wird auf den 4. Trokar im rechten Oberbauch verzichtet. Folgend werden 2 Instrumente über eine Inzision am Nabel eingebracht und nur ein 5 mm Trokar außerhalb des Nabels eingebracht. Anschließend erfolgt der Eingriff lediglich mit einer Inzision am Nabel und alle 3 Trokare werden über den Nabel eingebracht. Zur besseren Triangulation wird eine gebogene Dissektorklemme eingesetzt. Abschliessend wird auf den Trokar für das Halteinstrument der Gallenblase verzichtet und dieses direkt durch die Bauchdecke eingebracht. Durch den Verzicht auf einen industriell hergestellten Single Port können zusätzliche Kosten eingespart werden.

Im nächsten Abschnitt wird eine transvaginale Cholezystektomie mit starren Instrumenten gezeigt. Diese Operation hinterlässt keine sichtbaren Narben und reduziert das Zugangstrauma noch weiter. Es sind lediglich längere Instrumente aus der bariatrischen Chirurgie erforderlich.

Abschliessend wird die Versorgung von beidseitigen Inguinalhernien in der TAPP Technik mit einer Inzision am Nabel und eine 5 mm Inzision im rechten Mittelbauch demonstriert. Auch hier wird eine gebogene Klemme eingesetzt.

Ergebnisse: Bei der Serie der Single Access Surgery zur Cholezystektomie und TAPP Hernienversorgung traten keine Komplikationen auf. Die Eingriffe hinterließen hervorragende kosmetische Ergebnisse mit geringerer Traumatisierung der Bauchdecke.

Bei den transvaginalen Cholezystektomien ergab sich im postoperativen Verlauf eine revisionsbedürftige Komplikation (Douglasabszess). Ansonsten verliefen die Operationen mit einer durchschnittlichen Zeit von 48 Minuten unproblematisch und konnten die Erwartungen der Patientinnen und uns erfüllen.

Schlussfolgerung: Die Fortführung der Minimalisierung der laparoskopischen Chirurgie ist unserer Ansicht nach bei den am häufigsten durchgeführten Prozeduren durch die vorgestellten Techniken möglich und im Alltag einsetzbar.