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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Kolonkarzinome – Einteilung in rechts- bzw. linksseitige Tumore oder entsprechend der einzelnen Segmente? – Analyse von 29.568 Patienten

Meeting Abstract

  • Frank Benedix - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg
  • Schmidt Uwe - StatConsult, StatConsult, Magdeburg
  • Ingo Gastinger - Carl-Thiem Klinikum , Klinik für Chirurgie, Cottbus
  • Hans Lippert - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg
  • Rainer Kube - Carl-Thiem Klinikum , Klinik für Chirurgie, Cottbus

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch792

DOI: 10.3205/11dgch792, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7924

Published: May 20, 2011

© 2011 Benedix et al.
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Einleitung: Eine Vielzahl von Studien haben in den letzten zwei Jahrzehnten Unterschiede zwischen Karzinomen des rechten und linken Kolon herausgearbeitet. Es wurde die Hypothese entwickelt, dass es sich möglicherweise um verschiedene Tumorentitäten handeln könnte. Wenig Beachtung wurde jedoch dem Einfluss der einzelnen Kolonsegmente innerhalb des rechten bzw. linken Kolons auf tumorbiologische Eigenschaften gewidmet.

Material und Methoden: Im Rahmen der multizentrischen Qualitätssicherungsstudie “Kolon / Rektumkarzinom“ wurden innerhalb eines 5-Jahreszeitraums 29 568 Patienten analysiert. Entsprechend der Karzinomlokalisation wurden 7 Gruppen in Analogie zu den anatomischen Segmenten gebildet und diese dann hinsichtlich demographischer und histologischer Parameter untersucht.

Ergebnisse: Die Analyse des Differenzierungsgrades und des histologischen Subtyps ergab eine lineare Korrelation mit zunehmender Entfernung von der Ileocoecalregion. Somit unterstützen diese Ergebnisse die Klassifikation in rechte bzw. linke Kolonkarzinome. Im Gegensatz dazu zeigten sich jedoch erhebliche Unterschiede bei der Analyse des Tumorstadiums mit dem höchsten Anteil lokal fortgeschrittener und lymphknoten-positiver Tumore bei Karzinomen des Coecums (52.3%) und der linken Flexur (51.0%). Kolonkarzinome mit Ursprung im rechtsseitig gelegenen Kolon ascendens (46.5%) sowie linksseitig gelegenen Kolon descendens (44.7%) hatten hingegen signifikant weniger Tumore mit prognostisch ungünstigeren Stadien, was eine simple Klassifikation in rechte und linke Kolonkarzinome in Frage stellt.

Schlussfolgerung: Die Analyse von Alter, Differenzierungsgrad und histologischem Subtyp unterstützt die Klassifikation in rechts- bzw. linksseitige Kolonkarzinome. Im Gegensatz dazu fanden sich bei der Auswertung von UICC Stadium, T- und N-Status, Metastasierungsverhalten und Lymphangioinvasion erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen anatomischen Kolonsegmenten, unabhängig von der Tumorlokalisation rechts bzw. links. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung zeigen damit, dass eine simple Einteilung in rechts- bzw. linksseitige Kolonkarzinome die Heterogenität der Tumorentität Kolonkarzinom nicht in vollem Maße erfasst und damit in Frage gestellt werden muss.