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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Evaluation einer azellulären porcinen dermalen Kollagenmatrix zur Protektion gastrointestinaler Anastomosen

Meeting Abstract

  • Henrik R. Grobe - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Allgemein- & Viszeralchirurgie, Freiburg
  • Sylvia Timme - Uniklinik Freiburg, Abteilung Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie, Freiburg
  • Birte Kulemann - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Allgemein- & Viszeralchirurgie, Freiburg
  • Goran Marjanovic - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Allgemein- & Viszeralchirurgie, Freiburg
  • Jens Höppner - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Allgemein- & Viszeralchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch761

DOI: 10.3205/11dgch761, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7619

Published: May 20, 2011

© 2011 Grobe et al.
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Einleitung: Anastomoseninsuffizienzen sind ein schwerwiegender, Morbidität und Mortalität beeinflussender Faktor der gastrointestinalen Chirurgie. Untersucht wurde hier der Effekt der Verstärkung von Kolonanastomosen durch Umhüllung mit dermaler porciner Kollagenmatrix auf die Anastomosenheilung im Rattenmodell.

Material und Methoden: Wir untersuchten eine azelluläre Kollagenmatrix mit sogenannter „bi-layer“ Stuktur (Bio-Gide®) zur Verstärkung von End-zu-End-Descendo-Descendostomien an 30 Wistar Ratten. Die Anastomosen wurden zirkulär mit einem 10 x 20 mm messenden Patch der Matrix umhüllt. Als Kontrollgruppe dienten 30 Ratten mit gleicher Anastomose ohne Verstärkung. Nach 4, 30 und 90 Tagen erfolgte, neben makroskopischer und mikroskopischer Beurteilung der Anastomosenheilung, eine mechanische Belastbarkeitsprüfung durch Ermittlung des Bursting Pressures, sowie in den Langzeitgruppen Röntgenkontrastdarstellungen der anastomosentragenden Dickdarmsegmente.

Ergebnisse: In der Versuchsgruppe zeigte sich in der mikroskopischen Untersuchung eine beeinträchtigte Anastomosenheilung: Bereits in der Frühphase (4 Tage) waren Gefäßeinsprossung und Kollagenablagerung reduziert, zu diesem Zeitpunkt nicht signifikant. In der Spätphase konnte in der Anastomosenregion eine signifikant reduzierte Neovaskularisation nachgewiesen werden, sowohl nach 30 (p=0,0058) als auch nach 90 Tagen (p=0,0257). Der Grad des Fibroblasten-Einwuchses war im Vergleich zur Kontrollgruppe ebenfalls reduziert. Außerdem zeigte sich eine signifikant geringere mechanische Belastbarkeit der verstärkten Anastomosen (Bursting Pressure 73,6 ± 12,1 mmHG gegenüber 108,4 ± 9 mmHG; p=0,0454). Hinsichtlich der Rate von Anastomosenstrikturen stellten wir keine Unterschiede zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe fest, allerdings fielen in der Versuchsgruppe intestinale Adhäsionen nach 30 (p=0,0124) bzw. nach 90 Tagen (p=0,0281) signifikant häufiger auf.

Schlussfolgerung: Die untersuchte Kollagenmatrix erscheint ungeeignet zur Unterstützung der Anastomosenheilung am Dickdarm. Die Heilung wird in früher und später Phase ungünstig beeinträchtigt.