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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Ergebnisse nach Leberresektion aufgrund kolorektaler Lebermetastasen im höheren Lebensalter

Meeting Abstract

  • Ulf Kulik - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Hueseyin Bektas - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Juergen Klempnauer - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Frank Lehner - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch733

DOI: 10.3205/11dgch733, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7330

Published: May 20, 2011

© 2011 Kulik et al.
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Einleitung: Der Stellenwert der Leberresektion aufgrund kolorektaler Lebermetastasen bei Patienten über 70 Jahre wird in Bezug auf Morbidität, Mortalität und Langzeitüberleben kontrovers diskutiert.

Material und Methoden: Die Ergebnisse nach Leberresektion aufgrund kolorektaler Lebermetastasen wurden im Zeitraum von 1994 bis 2008 anhand des klinischen Dokumentationssystems retrospektiv untersucht. Anhand univariater Analysen, Cox-Regressionsmodellen sowie multivariater Regressionsmodelle wurden unabhängige Überlebensfaktoren im Gesamtkollektiv und Gruppenkollektiv ermittelt.

Ergebnisse: Im genannten Zeitraum wurden n=939 primäre Leberresektionen aufgrund kolorektalen Lebermetastasen durchgeführt. Der Anteil der Patienten ≥70Jahre lag bei n= 190 (20,3%). Die Gesamtmortalität lag bei 1,08%, die Gesamtmorbidität lag bei 14,82%. Im Altersgruppenvergleich zeigten mit Ausnahme von Geschlechtsverteilung (p=0,0391) und Mehrfachresektion (p=0,0097) keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Verteilung der Variablen. Das mittlere Überleben nach primärer Leberresektion lag bei den ≥70jährigen bei 3,42Jahren vs. 4,14 Jahren bei den 40-69jährigen Patienten und 3,497 Jahren bei den <40jährigen (Gesamtkollektiv 3,96Jahren) und zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied. In der multivariaten Analyse des Gesamtkollektives hatten Alter ≥70 (HR 1,285, p=0,0257, Metastasen >50mm (HR 1,38, p=0,006), intraoperativer Transfusionsbedarf >6EK (HR 1,679, p=0,0107) sowie OP-Dauer >210min (HR 1,238, p=0,0337) einen negativen Einfluss auf das Patientenüberleben. Positive Prediktoren waren niedriges primäres UICC-Stadium (UICC I: HR 0,436, p<0,0001; UICC II: HR 0,788, p=0,0704) und erfolgte Mehrfachresektion im Verlauf (HR 0,653, p=0,0108). Die multivariate Vergleichsanalyse zwischen den Altersgruppen 40-69Jahre und ≥70Jahre bestätigte den positiven Einfluss des primären UICC-I Stadium (HR 0,492, p=0,0008 vs. HR 0,307, p=0,0148). Die Effekte durch Mehrfachresektion, Metastasengröße >50mm und OP-Dauer >210min waren in der Gruppe der ≥70jährigen nicht mehr nachweisbar.

Schlussfolgerung: Die Leberresektion aufgrund kolorektaler Lebermetastasen ist auch im Alter ≥70 mit einer niedrigen Mortalitäts- und Morbiditätsrate möglich. Obwohl in der Analyse des Gesamtkollektivs das Alter einen unabhängigen Prognoseparameter darstellte kann ein mittleres Überleben von 3,4 Jahren erreicht werden. Daher sollte Alter per se nicht als Kontraindikation für eine Leberresektion gewertet werden.