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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die Gründung eines klinischen Ethikkomitees in der BG Unfallklinik Ludwigshafen – Gesetzliche Grundlagen und praktische Durchführung

Meeting Abstract

  • Leila Kolios - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen
  • Uwe Hoppe - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Leiter Qualitätsausschuss, Ludwigshafen am Rhein
  • Roderich Klose - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Leiter Qualitätsausschuss, Ludwigshafen
  • Max Otte - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen
  • Marcus Lehnhardt - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch642

DOI: 10.3205/11dgch642, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6420

Published: May 20, 2011

© 2011 Kolios et al.
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Einleitung: In der Behandlung schwerstverletzter Patienten ergeben sich Situationen, welche eine interdisziplinäre Entscheidung über die Weiterführung der Therapie erfordern. Dabei besteht eine ethische Verunsicherung durch wachsende Möglichkeiten, Leben entscheidend in Verlauf und Form zu beeinflussen und diese Möglichkeiten mit dem (mutmaßlichen) Willen eines Patienten in Einklang zu bringen. Die Etablierung eines interdisziplinären Ethikkomitees trägt dazu bei, diese Verantwortung zu tragen und Entscheidungen reflektiert zu treffen. Im Rahmen der Zertifizierung unserer Klinik wurde nun ein solches Komitee für unsere Klinik aufgestellt. Wir möchten die gesetzlichen Grundlagen, geforderten Bestimmungen und die tatsächliche Durchführung dieser Komiteegründung präsentieren.

Material und Methoden: Das KEK setzt sich interdisziplinär und berufsübergreifend aus Mitarbeitern der verschiedenen Berufsgruppen der BG Unfallklinik zusammen. Sie gelten dabei nicht als Vertreter ihrer Berufsgruppe und tragen somit keine Standesinteressen. Sie sind frei von jeder Weisung und nur ihrem Gewissen verantwortlich. Dabei gilt die Gleichheit aller Gesprächsteilnehmer. Das KEK wird nur auf schriftlichen Antrag tätig und spricht nur Empfehlungen aus. Es berät vertraulich und fallbezogen die beteiligten Mitarbeiter und hört Patienten, Betreuer und Angehörige. Das KEK erstellt Leitlinien und Handlungsempfehlungen für wiederkehrende Konfliktsituationen und Beratung in ethischen Grundsatzfragen.

Ergebnisse: In der BG-Unfallklinik Ludwigshafen ist es gelungen, innerhalb von 6 Monaten ein Klinisches Ethikkomitee zu bilden. Anstoß dafür war nicht zuletzt die Zertifizierung nach KTQ. Die seit der Gründung stetig zunehmende Frequenz der beantragten Ethikkonsile insbesondere auf unseren Intensivstationen zeigt, dass die ethische Beratung und Hilfestellung von allen an der Patientenversorgung Beteiligten angenommen wird. Durch das KEK können lebensverändernde ethische Entscheidungen in gemeinsamer Verantwortung getroffen werden.

Schlussfolgerung: Die Gründung des KEK hat den Mitarbeiten ein wertvolles Instrument bereitgestellt, um in einem geschützten, hierarchiefreien Raum schwierige und kontroverse ethische Entscheidungen zu treffen. Der interdisziplinäre und gleichwertige Charakter des KEK entlastet die verantwortlichen Entscheidungsträger bei ethisch schwierigen Fragestellungen. Die hohe Frequenz der durchgeführten Ethikkonsile zeigt die bestandene Dringlichkeit, ethisch-beratende Unterstützung bei der Behandlung schwerstverletzter Patienten zu erhalten.