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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Bedeutung der Langzeit-Funktionsrate von Revaskularisationen für die kritische Extremitätenischämie

Meeting Abstract

  • Ralph I. Rückert - Franziskus Krankenhaus, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charite, Universitätsmedizin, Berlin, Chirurgische Klinik, Berlin
  • Nikolaos Tsilimparis - Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Campus Mitte, Berlin
  • Christian Enzweiler - Franziskus-Krankenhaus, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Radiologie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch634

DOI: 10.3205/11dgch634, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6342

Published: May 20, 2011

© 2011 Rückert et al.
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Text

Einleitung: Bislang ist die Langzeitfunktionsrate eines der Hauptzielkriterien zur Beurteilung der Wertgkeit eines Verfahrens zur Revaskularisation bei der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit. Mit der zunehmend erfolgreichen Anwendung endovaskulärer Methoden stellt sich in Anbetracht deren limitierter Offenheitsraten die Frage nach der Relevanz der Langzeitfunktionsrate eines Revaskularisationsverfahrens für die kritische Extremitätenischämie.

Material und Methoden: Es erfolgte eine umfassende und detaillierte Literaturanalyse mit dem Ziel, die folgende Hypothese zu begründen oder zu widerlegen: Die Langzeitfunktion eines Verfahrens zur Revaskularisation ist für die Behandlung der kritischen Extremitätenischämie nicht relevant.

Ergebnisse: Die Frage nach der Wertigkeit der Langzeitfunktionsrate eines Revaskularisationsverfahrens kann bei kritischer Extremitätenischämie übersetzt werden in die Frage nach der Reihenfolge der Revaskularisation mittels endovaskulärer oder konventioneller Verfahren. Entscheidend ist eine Änderung der Zielkriterien. Primäre Ziele der Behandlung der kritischen Extremitätenischämie sind die Wundheilung und die Beseitigung des Ruheschmerzes. Dadurch soll die Rate von Major-Amputationen gesenkt und die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessert werden. Schließlich soll ein längeres Überleben der Patienten erreicht werden. Die Langzeitfunktionsrate einer Revaskularisation hängt andererseits ab vom Überleben des Patienten (stark eingeschräkt bei kritischer Ischämie), der Progression der Grunderkrankung, der Methode der Revaskularistaion und der Akuität der kritischen Ischämie. Es zeigt sich ein Paradigmenwechsel, der in einer neuen Definition des klinischen Erfolges einer Revaskularisation Ausdruck findet, wie etwa: Offenheit der Revaskularisation bis zur Wundheilung, Extremitätenerhalt ≥ 1 Jahr, Aufrechterhaltung eines ambulanten Status des Patienten für ≥ 1 Jahr, Überleben für ≥ 6 Monate. Nach diesen Kriterien kann ein Algorithmus für die ‚endovascular first’ Strategie bei kritischer Extremitätenischämie entwickelt werden.

Schlussfolgerung: Die Definition der Zielkriterien bei kritischer Extremitätenischämie schließt die Langzeitfunktionsrate nicht primär ein, da der klinische Erfolg einer Revaskularisation nicht direkt davon abhängt.