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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Intraoperative dreidimensionale Darstellung von radioaktiv markierten Lymphknoten mittels freehand SPECT

Meeting Abstract

  • Andreas Rieger - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Jeannine Bachmann - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Jakob Säckl - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Helmut Friess - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Marc E. Martignoni - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch585

DOI: 10.3205/11dgch585, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5850

Published: May 20, 2011

© 2011 Rieger et al.
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Text

Einleitung: Die Sentinel Lymphknotenbiospie(SLKB) ist bei diversen Tumorentitäten eine etablierte Methode. In dieser Machbarkeitsstudie untersuchen wir, inwieweit die neu entwickelte intraoperative freehand-SPECT(fhSPECT, Surgic Eye Germany) Messung geeignet ist, präoperativ markierte Lymphknoten(LK) dreidimensional mit exakter Tiefenmessung intraoperativ darzustellen. Wir berichten über acht Patienten, bei denen eine SLNB bei malignem Melanom durchgeführt wurde.

Material und Methoden: Am präoperativen Tag wurde in üblicher Technik das Resektionsgebiet des Primärtumors radioaktiv markiert. Intraoperativ wurden mittels des fh-SPECT-Geräts die SLK lokalisiert und navigiert reseziert. Es wurden alle bereits in der konventionellen SPECT dargestellten SLK in Axilla und Leiste gefunden und entfernt. Mittels einer modifizierten Gammasonde wurde über ein Kamerasystem ein dreidimensionales Bild der applizierten Radioaktivität erzeugt und eine Augmented Reality mittels Überlagerung des Videobilds generiert. Die exakte Lage der SLK im fhSPECT wurde mit den konventionellen präoperativen SPECT-Bildern sowie der durch die konventionelle Gammasonde gefundenen Position verglichen. Die präparierten LK wurden danach histopathologisch untersucht, um quantitative Aussagen über die Sensitivität und Spezifität der Methode gewinnen zu können.

Ergebnisse: Die intraoperativ gewonnenen Bilder wiesen stets die in der präoperativ durchgeführten konventionellen SPECT gefundenen SLK nach. In einem weiteren Fall konnte ein zusätzlicher LK identifiziert werden, der in der konventionellen SPECT nicht dargestellt werden konnte. Die Bildgewinnung prä excisionem betrug durchschnittlich 3,4 Minuten, post excisionem drei Minuten. Insgesamt verzögerte das fhSPECT die Operation durchschnittlich um 12 Minuten. Die Sensitivität der fhSPECT betrug 100%.

Schlussfolgerung: Die technische Machbarkeit der fhSPECT konnte nachgewiesen werden. Die Verzögerung des Operationsablaufes wird durch die Vorteile für die Patienten aufgewogen. Intraoperativ kann sich der Operateur der Vollständigkeit der SLNB besser überzeugen und diese gezielter und schonender durchführen. Die neue fhSPECT ist in Sensitivität und Spezifität mit der konventionellen Methode vergleichbar. In weiteren Studien wollen wir die Übertragbarkeit der Methode auf andere Tumorentitäten untersuchen.