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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Langzeitüberleben des hepatisch metastasierten Magenkarzinom nach Leberresektion

Meeting Abstract

  • Claus Wilhelm Schildberg - Universitätsklinik Erlangen/Nürnberg, Chirurgische Klinik mit Poliklinik, Erlangen
  • Vera Schellerer - Universitätsklinik Erlangen/Nürnberg, Chirurgische Klinik mit Poliklinik, Erlangen
  • Roland Croner - Universitätsklinik Erlangen/Nürnberg, Chirurgische Klinik mit Poliklinik, Erlangen
  • Werner Hohenberger - Universitätsklinik Erlangen/Nürnberg, Chirurgische Klinik mit Poliklinik, Erlangen
  • Susanne Merkel - Universitätsklinik Erlangen/Nürnberg, Chirurgische Klinik mit Poliklinik, Erlangen
  • Aristoteles Perrakis - Universitätsklinik Erlangen/Nürnberg, Chirurgische Klinik mit Poliklinik, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch581

DOI: 10.3205/11dgch581, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5810

Published: May 20, 2011

© 2011 Schildberg et al.
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Einleitung: Generell gilt ein hepatisch metastasiertes Magenkarzinom als prognostisch ungünstig. Häufig liegen bereits zusätzliche Metastasen wie zB. eine Peritonealkarzinose vor. Ziel dieser Studie war es, einen potentiellen operativ-kurativen Ansatz innerhalb dieses Kollektives zu finden.

Material und Methoden: Im Zeitraum von 1972-2008 wurden insgesamt 31 Patienten mit einem hepatisch metastasierten Magenkarzinom behandelt. Das mediane Alter betrug 65 Jahre (35-84 Jahre) und das Verhältnis männlich zu weiblich lag bei 2:1. Alle Daten wurden prospektiv erhoben und retrospektiv untersucht.

Ergebnisse: In 68% der Fälle konnten atypische oder anatomische Segmentresektionen durchgeführt werden. Größere Eingriffe im Sinne einer Hemihepatektomie (rechts oder links) wurden lediglich bei 32% der Patienten durchgeführt. Die postoperative Komplikationsrate lag insgesamt bei 16% (5 von 31), die Krankenhausletalität bei 6% (2 von 31). Das 5-Jahresüberleben aller Patienten war 13%. Patienten mit metachronen (29%) Lebermetastasen hatten ein signifikant besseres 5-Jahresüberleben als Patienten mit synchronen (0%) Metastasen(p<0001). Zusätzlich wurde bei Patienten mit solitairen (21 Mo.) Metastasen ein signifikant besseres medianes Überleben beobachtet als bei Patienten mit multiplen Metastasen (4 Mo. , p<0,005).

Schlussfolgerung: Ein hepatisch metastasiertes Magenkarzinom stellt im Hinblick auf unsere erhobenen Daten nicht unbedingt eine Palliativsituation dar, da in 13% der Fälle, bei metachroner Lebermetastasierung bei 29% der Patienten, die 5-Jahresüberlebensmarke erreicht wurde. Am meisten profitieren von der Operation nach unseren Ergebnissen Patienten mit solitären metachronen Lebermetastasen, sofern operativ eine RO-Situation erreicht werden kann. Ein zusätzlicher interdisziplinärer Ansatz mittels neoadjuvanter Chemotherapie sowie der Einsatz lokaler Therapieformen wie RITA und Chemoembolisation scheinen sinnvoll zu sein. Weitere kontrollierte Studien sollten durchgeführt werden.