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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die Rolle des Fingolimod und Sirolimus in der Therapie der experimentellen akuten nekrotisierenden Pankreatitis in der Ratte

Meeting Abstract

  • Orlin Belyaev - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Wenzel Burr - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Nicholas McArthur - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Waldemar Uhl - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Christophe Müller - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch580

DOI: 10.3205/11dgch580, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5809

Published: May 20, 2011

© 2011 Belyaev et al.
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Einleitung: Die schwere akute Pankreatitis ist mit einer Aktivierung des Immunsystems assoziiert. Dessen Antwort führt zur Entwicklung von lokalen und systemischen Organschäden, septischen Komplikationen und einer hohen Mortalität. In vorausgegangenen Studien ergaben sich Hinweise, dass Zytokin-vermittelte lokale immunologische Vorgänge auf Zellebene durch Beeinflussung der Azinuszellschädigung für den Schweregrad mit verantwortlich sind. Hierbei scheinen die T-Helfer-Zellen eine bedeutende Rolle zu spielen. Ziel dieser Arbeit war eine gezielte Hemmung der T-Zellen mit einer neuen Generation von Immunsuppressiva (Sirolimus, Fingolimod und deren Kombination) um den Einfluß auf den Schweregrad und Verlauf der schweren akuten Pankreatitis zu untersuchen und den Effekt mit der Kortisontherapie zu vergleichen.

Material und Methoden: Eingesetzt wurde das etablierte Sodium-Taurocholat-Pankreatitis-Model bei der Ratte, mit 5 verschiedenen Behandlungs-Gruppen: 1. Fingolimod 2. Sirolimus 3. Kombination aus Fingolimod und Sirolimus 4. Cortisol (10mg/kg) 5. Kontroll-Gruppe mit NaCl-Lösung. Die Medikamente wurden zum Zeitpunkt der Pankreatitisinduktion i.v. injiziert, 6 Stunden später wurden die Tiere getötet. Ausgewertet wurden Zytokinen (IL-1, IL-6, IL-10, TNF-alpha) und Pankreasenzymen (Amylase, Lipase) im Serum, die Myeloperoxidaseaktivität im Gewebe (Pankreas, Niere, Lunge, Leber, Milz). Das Pankreas war histologisch untersucht und bewertet hinsichtlich Ödem, Inflammation und Nekrose.

Ergebnisse: Alle 4 Therapie-Gruppen reduzierten den histologisch sichtbaren Inflammationsprozeß im Pankreas signifikant. Die Bildung von intrapankreatischen Nekrosen wurde jedoch nur von Fingolimod-, der Kombinations- und Kortison-Gruppe signifikant vermindert. In den gleichen 3 Gruppen waren zudem die Serum-Werte von IL-6 und IL-10 signifikant erniedrigt. Die Amylase war in den Therapie-Gruppen gegenüber der Kontrollgruppe signifikant erhöht, lediglich die Kortisontherapie zeigte geringere Amylase-Werte. Die TNF-alpha- und Lipase-Serum-Spiegel sowie die MPO-Messwerte in den Therapie-Gruppen waren gegen über der Kontroll-Gruppe nicht signifikant beeinflußt.

Schlussfolgerung: Eine frühe gezielte Hemmung der T-Helfer-Zellen durch Sirolimus und Fingolimod mildert den Schweregrad der schweren akuten Pankreatitis ab, insbesondere Fingolimod vermindert die Bildung von Nekrose im Pankreas. Die Kombination der beiden Immunsuppressiva zeigte in unserer Studie keinen Vorteil gegenüber der Fingolimod-Monotherapie.