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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Induktion mit Thymoglobulin im Rahmen der Lebendnierentransplantation

Meeting Abstract

  • Arzu Öztürk - Knappschaftskrankenhaus Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum
  • P. Schenker - Knappschaftskrankenhaus Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum
  • A. Wunsch - Knappschaftskrankenhaus Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum
  • M. Allali - Knappschaftskrankenhaus Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum
  • A. Heidrich - Knappschaftskrankenhaus Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum
  • R. Viebahn - Knappschaftskrankenhaus Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch457

DOI: 10.3205/11dgch457, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4570

Published: May 20, 2011

© 2011 Öztürk et al.
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Text

Einleitung: Der Vorteil und die Sicherheit einer Induktionstherapie bei Lebendnierentransplantationen wird kontrovers diskutiert.

Material und Methoden: Diese retrospektive Studie bewertete die Wirkung und Verträglichkeit einer einmaligen Thymoglobulingabe (1,5 mg/kg/KG) bei 89 Lebendnierenempfängern mit Nierentransplantation zwischen 01/2002–12/2009 und einer initialen Immunsuppression bestehend aus Tacrolimus, Mycophenolat Mofetil und Steroiden bezüglich Patienten- und Transplantatüberleben, Inzidenz der akuten Rejektion, Rate der verzögerten Transplantatfunktion und infektiöser Komplikationen. Zusätzlich wurde das Auftreten von Malignomen evaluiert. Betrachtet wurden 89 Patienten (53 verwandt, 36 nicht-verwandt) mit einem durchschnittlichen Alter von 45,75+/-13,3 Jahren. 74 Empfänger waren bereits vor Transplantation dialysepflichtig. Das mittlere Spenderalter betrug 48,4+/-10,8 Jahre.

Ergebnisse: Mit Ausnahme von 2 Fällen konnte die komplette Thymoglobulindosis komplikationslos verabreicht werden. Nach einem mittlerem Follow-up von 51,2+/-29,4 Monaten betrug das 1-Jahres-Patienten- und -Transplantatüberleben bei den Verwandtenspenden 97,8%/95,6% und 97,8%/93,4% bei den Nicht-verwandten Spenden. Zwei Patienten verstarben am 2. und 43. postoperativen Tag (Myokardinfarkt n=1, Sepsis n=1). Eine Delayed-Graft-Function zeigte sich in 6,6% der Fälle. Die Rejektionsrate nach einem Jahr betrug 24,1% für das Gesamtkollektiv, 17% für Gruppe der verwandten und 35% für die nicht-verwandten Empfänger. Sechs Patienten erlitten einen Funktionsverlust des Transplantats (Rejektion n=1, Incompliance n=1, Transplantatvenenthrombose n=3, Rekurrenz der IgA-Nephropathie n=1). Bei den venösen Thrombosen handelte es sich in einem Fall um eine Beckenniere mit einer äußerst fragilen Spendervene, so dass eine Venenplastik aus der V. saphena magna des Empfängers erforderlich war. Im zweiten Fall war eine venöse Verlängerungsplastik bei sehr kurzer Spendervene erforderlich.

Schlussfolgerung: Nach unseren Erfahrung ist die Induktion mit Thymoglobulin eine effektive und gut verträgliche Option zur Prävention akuter Abstoßungen bei Lebendnierentransplantationen mit gutem Patienten- und Transplantatüberleben.