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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Multicenterstudie zur Nervendefektüberbrückung durch kollagene Conduits – Ein Zwischenbericht

Meeting Abstract

  • Jörn Andreas Lohmeyer - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München
  • Yasmin Kern - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München
  • Klaus-Dieter Werber - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München
  • Ricardo Giunta - LMU Klinikum München, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Jan-Thorsten Schantz - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München
  • Felix Stang - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Sektion für Plastische Chirurgie, Handchirurgie und Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck
  • Frank Siemers - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Sektion für Plastische Chirurgie, Handchirurgie und Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck
  • Peter Mailänder - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Sektion für Plastische Chirurgie, Handchirurgie und Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck
  • Laurent Obert - Centre hospitalier universitaire (CHU) Jean-Minjoz, Service de chirurgie orthopédique, traumatologique et plastique, chirurgie de la main, Besançon
  • Hans-Günther Machens - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch450

DOI: 10.3205/11dgch450, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4500

Published: May 20, 2011

© 2011 Lohmeyer et al.
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Text

Einleitung: Der Einsatz von Nervenröhrchen zur Überbrückung peripherer Nervendefekte stellt heute eine mögliche Alternative zum Goldstandard des autologen Nerventransplantates dar. In einer laufenden prospektiven Mulitcenterstudie wurden in dem weltweit bisher größten Patientenkollektiv Daten zu Verlauf und Langzeitergebnissen nach Nervenrekonstruktion mittels Nervenröhrchen gesammelt.

Material und Methoden: An vier handchirurgischen Zentren wurden über 2 Jahre alle konsekutiven Nervendefektrekonstruktionen mittels Conduit standardisiert erfasst und nachuntersucht. Zusätzlich stehen nach gleichem Protokoll erhobene Daten aus der Vorperiode eines Zentrums zur Verfügung. Eingeschlossen wurden ausschließlich Rekonstruktionen der Nn. digitales proprii et communes. Die Nachuntersuchungen erfolgten nach 3, 6 und 12 Monaten. Erhoben wurden unter anderem die statische und dynamische Zweipunktediskrimination, der Semmes-Weinstein-Monofilamenttest sowie Kälteintoleranz, Hyperästhesie und Parästhesien.

Ergebnisse: Insgesamt wurden bislang 62 Conduits bei 54 Patienten implantiert. Wir blicken aktuell auf die abgeschlossene Nachuntersuchung (12 Monate postop.) bei 44 Patienten zurück (51 transplantierte Conduits). 65% wiesen nach diesem Zeitraum eine gute oder sehr gute Sensibilität mit statischer 2-Punktediskrimation (s2PD) von 7–15mm (S3+) bzw. von ≤7 mm (S4) auf. 12% erreichten zumindest eine Schutzsensibilität und 23% erzielten keinerlei Sensibilität. Implantat- oder Wundinfektionen wurden nicht beobachtet. In 9 Fällen klagten Patienten über störende Parästhesien. Die mittlere Defektlänge betrug 13,6 mm (6–25 mm), die mittlere Conduitlänge 20,2 mm (11–30 mm).

Schlussfolgerung: Bei Verwendung von Nervenröhrchen in der Rekonstruktion der Nn. digitales proprii et communes zeigen sich im Vergleich zum erwarteten Outcome nach autologer Nerventransplantation vielversprechende Ergebnisse. Die weitere Auswertung der Gesamtstudie soll zusätzlich zeigen, welche prädiktiven Faktoren für den Regenerationserfolg eruiert werden können.