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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Wertigkeit der intraoperativen ICG-Angiographie mikrochirurgischer Anastomosen bei freier Lappentransplantation

Meeting Abstract

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  • Thomas Schmandra - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch420

DOI: 10.3205/11dgch420, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4200

Published: May 20, 2011

© 2011 Schmandra.
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Einleitung: Die intraoperative Identifikation technischer Fehler bei mikrochirurgisch angelegten Anastomosen freier Gewebelappen kann die Rate an chirurgischen Reexplorationen sowie das Transplantatversagen an sich deutlich reduzieren. Dabei scheint die intraoperative Angiographie mittels Indocyaningrün (ICG) eine gutes Diagnostikum in der Bewertung der Durchgängigkeit arterieller und venöser mikrochirurgischer Anastomosen sowie der Gesamtperfusion des freien Transplantates darzustellen.

Material und Methoden: Bei 20 Patienten mit freiem Gewebetransfer und mikrochirurgischer Rekonstruktion (58 mikrochirurgische Anastomosen) zur Defektdeckung im Mund/Halsbereich kam das weltweit erste Operationsmikroskop zum Einsatz, das eine intraoperative ICG-Angiographie nach mikrochirurgischen Gefäßnähten ermöglicht (Zeiss OPMI Pentero). Die Ergebnisse wurden im Anschluß anhand eines vorher festgelegten Scores bewertet.

Ergebnisse: Die intraoperative ICG-Angiographie war in allen Patientenfällen problemlos durchführbar. Der Zeitbedarf betrug durchschnittlich 10 Minuten. Aus hygienischen Gesichtspunkten gab es keine Beanstandung der intraoperativen Angiographie. Nach Erstgabe war die erneute ICG-Applikation bis zu drei Mal möglich. Bei angiographisch deutlich sichtbarer Non-Perfusion im arteriellen Zustrom oder venösen Abstrom wurde die betroffene Anastomose sofort revidiert. Dabei fand sich eine Übereinstimmung von 100% zwischen angiographisch auffälligem Befund und tatsächlicher Okklusion, die konsequent durch mikrochirurgische Neuanlage der Anastomose beseitigt wurde. Der technische Erfolg wurde neuerlich angiographisch untersucht und bestätigt. In 90% korrelierte der postoperative Heilungsverlauf mit der intraoperativ dokumentierten Durchgängigkeit der mikrochirurgischen Anastomosen. Zwei Patienten erlitten einen Transplantatverlust bei intraoperativ-angiographisch als durchgängig bewerteten Anastomosen. Mit Hilfe einer Perfusions-Quantifizierungsssoftware korrelierte retrospektiv eine deutlich reduzierte intraoperative Transplantatgesamtperfusion mit dem späteren Transplantatverlust.

Schlussfolgerung: Mit der intraoperativen ICG-Angiographie kann qualitativ und quantitativ die Perfusion von mikrochirurgischen Rekonstruktionen beim freien Gewebetransfer detektiert werden. Im Sinne der heute geforderten Dokumentationsstandards ist dadurch der Nachweis einer gut perfundierten Rekonstruktion noch im Operationssaal ohne großen Aufwand möglich. Die weiteren Revisionskriterien müssen durch Studien evaluiert werden.