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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Vergleich der radikalen mediastinalen videoassistierten vs. offene Lymphadenektomie – Ergebnisse einer prospektiv-randomisierten Studie bei Lungenkarzinom im Stadium I

Meeting Abstract

  • Emanuel Palade - Uniklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Andreas Kirschbaum - Uniklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Christian Stremmel - Uniklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Jürgen Fröhlich - Uniklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Bernward Passlick - Uniklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch415

DOI: 10.3205/11dgch415, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4157

Published: May 20, 2011

© 2011 Palade et al.
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Text

Einleitung: Obwohl die VATS-Lobektomie bei Lungenkarzinom Stadium I dem offenen Verfahren onkologisch gleichwertig erscheint, bestehen weiterhin Zweifel an der Radikalität der Lymphadenektomie. In einer prospektiv randomisierten Studie untersuchten wir die Anzahl an videoassistiert vs. offen chirurgisch entfernten Lymphknoten. Die Lymphknotenstationen wurden nach der IASLC - Klassifikation definiert. Bei einer rechtsseitige Resektion wurden systematisch die Gruppen 2R, 4R, 7, 8, 9, 10, 11 und 12 (des entsprechenden Lungenlappens), für eine linksseitige mindestens die Gruppen 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12 ausgeräumt. Die mediastinale Lymphadenektomie galt als vollständig, wenn die entsprechenden Kompartmentgrenzen freigelegt werden.

Material und Methoden: In eine prospektiv randomisierte Studie wurde die Anzahl an entfernten Lymphknoten durch die o.g. Operationsverfahren untersucht. Die Analyse erfolgte seitengetrennt und nach Einteilung der Lymphknoten in Kompartimente (Komp.1=2R und 4R, Komp.2=7, Komp.3=8R und 9R, Komp.4=10R, 11R und 12R, Komp.5=4L, Komp.6=5 und 6, Komp.7=8L und 9L und Komp.8=10L, 11L und 12L).

Ergebnisse: Zwischen 05/08–09/10 wurde bei 23 Patienten eine videoassistierte (Gruppe A) und bei 22 Patienten eine offene (Gruppe B) Lobektomie durchgeführt. Beide Gruppen waren hinsichtlich Kollektivzusammensetzung vergleichbar. Zwei Patienten wurden aufgrund der Konversion zu Thorakotomie ausgeschlossen. Die Gesamtzahl der mediastinalen Lymphknoten (Medianwerte, seitengetrennt), die histologisch untersucht wurden, waren wie folgt: Gruppe A rechts 18,2 LK/Pat, Gruppe B rechts 21,1 LK/Pat, Gruppe A links 13,4 LK/Pat und Gruppe B links 11,6 LK/Pat. Bezogen auf die o.g. Kompartimente ergeben sich folgende Ergebnisse (VATS vs. offen, Medianwerte LK/Pat): Komp.1 9,2 vs. 12,4, Komp.2 6,2 vs. 5,8, Komp.3 2,5 vs. 3,2, Komp.4 7,1 vs. 7,5, Komp.5 0 vs. 0,4, Komp.6 2,5 vs. 3,3, Komp.7 5,1 vs. 3,3 und Komp.8 9,5 vs. 9,9. Ein statistisch signifikanter Unterschied bestand nicht.

Schlussfolgerung: Die videoassistierte mediastinale Lymphadenektomie ist mindestens genau so radikal wie die offene, und bietet zusätzlich den Vorteil ausgesprochen guten Sichtverhältnisse.