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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Erfahrungen mit der sonographiegestützen Einlage zentraler Venenverweilkatheter in Seldingertechnik bei Säuglingen im interdisziplinären Setting

Meeting Abstract

  • Stefanie Märzheuser - Charité Universitätsmedizin Berlin, Kinderchirurgie, Berlin
  • Katja von dem Busche - Charité Universitätsmedizin Berlin, Kinderchirurgie, Berlin
  • Ulrike Knipprath - Charité Universitätsmedizin Berlin, Kinderchirurgie, Berlin
  • Petra Degenhardt - Charité Universitätsmedizin Berlin, Kinderchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch399

DOI: 10.3205/11dgch399, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch3992

Published: May 20, 2011

© 2011 Märzheuser et al.
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Einleitung: Die Einlage zentraler Venenverweilkatheter mit perkutaner Ausleitung per punctionem und Seldingertechnik wenden wir auch im Säuglingsalter gefäßschonend sonographiegestützt an. In einer retrospektiven Analyse wurden Patienten untersucht, bei denen vor dem vollendeten ersten Lebensjahr ein intravenöser Venenverweilkatheter mit perkutaner Ausleitung implantiert wurde.

Material und Methoden: Die Einlage des Katheters erfolgte stets im Operationssaal in gleicher Methodik in Kooperation mit den Kinderanästhesisten. Zunächst wurde die Vena jugularis interna mittels Ultraschall dargestellt. Dann erfolgte die Punktion der Vene unter Ultraschallkontrolle und die Einlage des Katheters in Seldingertechnik. Wir erfassten das Alter des Patienten in Monaten, das Gewicht in Gramm, die Größe des Katheters in French und die Operationsdauer in Minuten. Darüberhinaus wurden intra- und postoperative Komplikationen dokumentiert und analysiert.

Ergebnisse: Es konnten bisher 33 Patienten in die Untersuchung einbezogen werden. Die Operationsdauer schwankte zwischen 15 und 80 Minuten mit einem Median von 35 Minuten und einem Mittelwert von 40 Minuten. Die Kathetergröße lag zwischen 4,2 und 8 French. Die Wahl der Kathetergröße orientierte sich nicht allein am Gewicht und Alter des Patienten, sondern wesentlich auch an den Erfordernissen der Therapie. Ein 8 French Katheter konnte bei einem Kind mit einem Gewicht von 6.500 g problemlos platziert werden. Auch bei kleineren Patienten (1.800 g) ließen sich 6,6 French große Katheter implantieren. Durch die gefäßschonende Punktionstechnik im Gegensatz zur Freilegung des Gefäßes, konnte ein Katheter mehrfach in dasselbe Gefäß implantiert werden. Seltene Schwierigkeiten und Komplikationen werden detailliert dargestellt.

Schlussfolgerung: Besteht die Indikation zur Anlage eines zentralen Verweilkatheters mit perkutaner Ausleitung kann auch bei Kindern unter einem Jahr und einem Gewicht unter 2000 g die Implantation sicher und schonend per punctionem und Seldingertechnik vorgenommen werden.