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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

DNA-repair auf dem Weg zum exokrinen Pankreaskarzinom – gibt es Baustellen?

Meeting Abstract

  • Klemens Horst - RWTH Aachen, Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Aachen
  • Silke Ganzera - HELIOS Klinikum Wuppertal, Klinikum der Priv. Universität Witten/Herdecke gGmbH, Chirurgisches Zentrum, Klinik für Allgmein- und Viszeralchirurgie, Wuppertal
  • Wolfgang Kaisers - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Lehrstuhl für Bioinformatik, Düsseldorf
  • Andrea Tannapfel - Ruhr-Universität Bochum, Institut für Pathologie, Bochum
  • Hubert Zirngibl - HELIOS Klinikum Wuppertal, Klinikum der Priv. Universität Witten/Herdecke gGmbH, Chirurgisches Zentrum, Klinik für Allgmein- und Viszeralchirurgie, Wuppertal
  • Johanna Munding - Ruhr-Universität Bochum, Institut für Pathologie, Bochum
  • Berenike Flott-Rahmel - Ruhr-Universität Bochum, Institut für Pathologie, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch308

DOI: 10.3205/11dgch308, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch3083

Published: May 20, 2011

© 2011 Horst et al.
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Text

Einleitung: Im Blickfeld laufender Untersuchungen zur Entstehung eines Pankreaskarzinoms stehen vor allem molekulare Veränderungen. Der MRE11-RAD50-NIBRIN-Protein Komplex (MRN), ein Reparaturmechanismus für DNA-Doppelstrangbrüche, könnte als Marker für eine neu aufgetretene Läsion an der DNA fungieren. Gegenstand der vorliegenden Studie ist die Frage, ob der immunhistochemische Nachweis der Marker MRE11, RAD50 und NIBRIN eine prognostische Relevanz für die Überlebensdauer der Patienten hat.

Material und Methoden: Es wurden 41 Patienten mit der Diagnose eines duktalen Adenokarzinoms des Pankreas, die einer Resektion unter kurativer Zielstellung zugeführt worden waren, in die Auswertung einbezogen. Es folgte die immunhistochemische Untersuchung von MRE11, RAD50 und NIBRIN. Zur Auswertung der Ergebnisse wurde ein Immunoreaktiver Score verwendet. Die Berechnungen im Modellrahmen der Survival Analysis wurden mit der Statistik Software R durchgeführt. Für Zweistichprobentests wurden ungewichtete LogRank-Tests verwendet. Parameterschätzwerte wurden in mehreren semiparametrischen Modellen berechnet. Das multiplikative Cox-Modell und der LogRank-Test kamen zur Anwendung.

Ergebnisse: Im Mittel endete der Beobachtungszeitraum nach 509 Tagen. Die Patienten waren durchschnittlich 65,66 Jahre alt. 80% der Patienten waren nodalpositiv. 78% der Patienten erhielten eine Operation nach Kausch-Whipple und 22% der Patienten erhielten eine Pankreaslinksresektion. 61% der Patienten befanden sich in einem UICC-Stadium IIb. 12% der Patienten befanden sich in einem UICC-Stadium Ia und 27% der Patienten in ein einem Stadium IV. Nach Auswertung der Ergebnisse konnte für MRE11 (p=0,02) und NIBRIN (p=0,01) ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Färbeverhalten der Karzinomzellen und der Überlebenszeit nach Resektion unter kurativer Zielstellung gefunden werden.

Schlussfolgerung: Abschließend lässt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem immunhistochemischen Nachweis der Expression von MRE11 und NIBRIN und der Überlebensdauer bei duktalem Pankreaskarzinom herstellen. Koorsta et al. konnte in pankreatischen intraepithelialen Neoplasien eine Proteinexpression (ATM) nachweisen, an deren Entstehung der MRN-Komplex beteiligt zu sein scheint. Weitere Untersuchungen müssen die Bedeutung des MRN-Komplexes in der Entstehung des Pankreaskarzinoms klären. Bestrebungen eine Verbindung zwischen der Expression von MRN-Komplex ATM und dem duktalen Pankreaskarzinom aufzudecken, könnte Inhalt zukünftiger Studien sein, so dass sich weitere Möglichkeiten für die Behandlung eines Pankreaskarzinoms ergeben.