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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Erweiterte thorakale Resektionen mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine

Meeting Abstract

  • Godehard Friedel - Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Stefanie Veit - Robert-Bosch-Krankenhaus-Standort Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Thorsten Walles - Robert-Bosch-Krankenhaus-Standort Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Sibylle Maier - Robert-Bosch-Krankenhaus-Standort Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Thomas Kyriss - Robert-Bosch-Krankenhaus-Standort Klinik Schillerhöhe, Thoraxchirurgie, Gerlingen
  • Ulrich Franke - Robert-Bosch-Krankenhaus, Herz- und Gefäßchirurgie, Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch284

DOI: 10.3205/11dgch284, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2841

Published: May 20, 2011

© 2011 Friedel et al.
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Text

Einleitung: Fortgeschrittene Tumore mit Invasion der großen Gefäße oder des Herzens und anderer mediastinaler Strukturen werden in der Regel als technisch inoperabel eingestuft. In der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Thorax- und Herzchirurgen können solchen Patienten in kurativem oder symptomatischen Ansatz Langzeitüberleben oder zumindest Lebensverlängerung mit adäquater Lebensqualität geboten werden.

Material und Methoden: Innerhalb der letzten 5 Jahre wurden 15 Patienten unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine gemeinsam operiert und komplett reseziert. Es handelte sich um 12 Patienten mit einem Lungenkarzinom, zwei Patientinnen mit Mediastinaltumoren und einen Patienten mit Metastasen eines Osteosarkoms. Das mittlere Alter betrug 51 Jahre. Es handelte sich um 10 Männer und 5 Frauen. Bei 9 Patienten wurde eine erweiterte Pneumonektomie durchgeführt. Bei 6 Patienten wurden Teile der Aorta thorakalis ersetzt, bei 4 Patienten wurde der Truncus pulmonalis eröffnet, bei 3 Patienten Teile beider Vorhöf offen reseziert und bei einer Patientin die Vena Cava ersetzt. In derselben Zeit wurden zusätzlich 24 Patienten mit HLM-Bereitschaft operiert, die Maschine jedoch nicht eingesetzt.

Ergebnisse: Bei keinem der Patienten kam es zu intraoperativen Komplikationen. 3 Patienten mussten auf Grund eines Hämatothorax am 2-3 postoperativen Tag revidiert werden, hatten jedoch dann einen komplikationslosen Verlauf. Ein Patient verstarb am 14 postoperativen Tag an einem Mykardinfarkt. Alle anderen Patienten verließen das Krankenhaus nach durchschnittlich 20 Tagen. Das mediane Überleben beträgt derzeit 16 Monate.

Schlussfolgerung: Erweiterte Resektionen unter Einsatz der Herz-Lungenmaschine sind im interdisziplinären Vorgehen sinnvoll und mit vertretbarer Morbidität und Mortalität möglich. Eine Kuration kann in Einzelfällen erreicht werden und dadurch bei breiterem Einsatz in spezialisierten Zentren die Prognose maligner Thoraxerkrankungen verbessert werden.