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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Thrombus in der nicht-aneurysmatischen, nicht-atherosklerotischen Aorta thoracalis descendens als ungewöhnliche Emboliequelle

Meeting Abstract

  • Nikolaos Tsilimparis - Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Campus Mitte, Berlin
  • Ulrich Hanack - Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Campus Mitte, Berlin
  • Shahram Yousefi - Franziskus-Krankenhaus, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Chirurgische Klinik, Berlin
  • Andreas Laipple - Franziskus-Krankenhaus, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Chirurgische Klinik, Berlin
  • Christian Wintzer - Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Campus Mitte, Berlin
  • Ralph I. Rückert - Franziskus-Krankenhaus, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Chirurgische Klinik, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch238

DOI: 10.3205/11dgch238, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2382

Published: May 20, 2011

© 2011 Tsilimparis et al.
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Einleitung: Neben dem linken Herzen in mehr als 80% der Fälle stellt auch die Aorta thoracalis descendens eine potenzielle Emboliequelle dar. Wandthromben in der nicht atherosklerotisch oder aneurysmatisch veränderten thorakalen Aorta (NAADTA) sind sehr selten, haben aber ein hohes Risiko peripherer arterieller Embolien. Das diagnostische und vor allem das optimale therapeutische Management dieser Patienten bleibt bis dato kontrovers. Fallberichte sind rar und klinische Serien exstieren kaum. Die klinische Bedeutung resultiert aus gravierenden Folgen der mesenterialen und peripheren arteriellen Embolien.

Material und Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Analyse der medizinischen Daten aller Patienten mit Wandthrombus in der NAADTA, die zwischen 04/1996 und 06/2010 von einem Autor (RIR) behandelt wurden. Gegenstand der Analyse waren das diagnostische und therapeutische Management ebenso wie die Langzeitergebnisse im Follow-up. Darüberhinaus wurde, basierend auf der eigenen Erfahrung, eine systematische Literaturanalyse vorgenommen.

Ergebnisse: Es wurden acht Patienten mit Wandthromben der NAADTA identifiziert. Arterielle Embolien als klinische Hauptmanifestation von Komplikationen traten bei allen Patienten auf. Sie betrafen die unteren Extremitäten (n=6), die mesenteriale (n=3) oder renale (n=2) Zirkulation. Eine Hyperkoagulabilität im Sinne einer Thrombophilie wurde bei drei Patienten gefunden. Eine begleitende oder eher kausale maligne Tumorerkrankung wurde bei weiteren drei Patienten entdeckt. Bei zwei Patienten erfolgte eine offene Operation der Aorta descendens. Vier Patienten wurden konservativ mittels alleiniger Antikoagulation behandelt. Von den verbleibenden zwei Patientinnen wurde eine mittels thorakaler Stentprothese und aorto-biiliakalem Bypass, die andere mittels transfemoraler Thrombektomie behandelt. Ein technischer Erfolg wurde bei allen chirurgisch behandelten Patienten erreicht. Bei den konservativ behandelten Patienten reichte das Spektrum von einer vollständigen Thrombusregredienz bis zu einem stabilen Zustand. Bei einem medianen Follow-up von 51 Monaten wurde keine Thrombus-Rekurrenz beobachtet.

Schlussfolgerung: Das Management von Wandthromben in der NAADTA kann eine chirurgische Herausforderung darstellen, besonders bei ursächlicher maligner Grundkrankheit oder Hyperkoagulabilität. Ein individuelles Vorgehen ist erforderlich. Wenn möglich, sollte eine endovaskuläre Therapie als primäre Option bevorzugt werden.