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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Bedeutung nosokomialer Infektionen bei der Resektion trachealer Stenosen

Meeting Abstract

  • Andreas Wolter - Kliniken der Stadt Köln gGmbH, Lungenklinik Merheim, Köln
  • Corinna Ludwig - Kliniken der Stadt Köln gGmbH, Lungenklinik Merheim, Köln
  • Frank Beckers - Kliniken der Stadt Köln gGmbH, Lungenklinik Merheim, Köln
  • Erich Stoelben - Kliniken der Stadt Köln gGmbH, Lungenklinik Merheim, Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch211

DOI: 10.3205/11dgch211, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2111

Published: May 20, 2011

© 2011 Wolter et al.
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Einleitung: Komplikationen am Tracheostoma sind häufig mit nosokomialen Infektionen kombiniert. Frage: Wie beeinflusst die Besiedelung mit multiresistenten Keimen das Operationsergebnis?

Material und Methoden: Zwischen 2005 und 2009 führten wir bei 30 Patienten eine primäre End-zu-Endresektion der Trachea nach Tracheotomie durch. Die demographischen Basisdaten, Diagnosezeitpunkt der Trachealstenose nach Dekanülierung, Typ der vorausgegangenen Tracheotomie wurden dokumentiert. Der Operation ging eine flexible Bronchoskopie mit Dokumentation des Stenosegrads voraus sowie postoperativ zur Beurteilung der Wundheilung. Ausserdem erfolgte hierbei eine Bronchialspülung zur Asservation einer möglichen Keimbesiedelung.

Ergebnisse: In 16 Fällen lag ein Zustand nach plastischer Tracheostomie (PT) vor, in 14 Fällen nach perkutaner dilatativer Tracheotomie (PDT). In der präoperativ erfolgten Bronchoskopie ließ sich in der Gesamtpatientenzahl bei 58% eine bakterielle Kontamination nachweisen. Der Hauptkeim war mit 26% ein multiresistenter Pseudomonas aerguinosa (MR). Eine Teilresektion des Ringknorpels war in acht Fällen erforderlich. Die Anastomose heilte in allen Fällen primär. Bei allen Fällen erfolgte postoperativ eine Inhalation mit Tobramycin. Bei Keimnachweis erfolgte eine gezielte antibiogrammgerechte Therapie. Als Langzeitkomplikationen traten zwei Restenosen auf, die zum einen mit Revisionsoperation zum anderen per Laserabtragung therapiert wurden. In einem Fall zeigte sich eine Osteomyelitis des Sternums durch MRSA mit Notwendigkeit der Sternotomie. Im vierten Fall war eine Retracheotomie wegen respiratorischer Insuffizienz bei Pneumonie erforderlich. Bei drei dieser Reinterventionen war eine bakterielle Besiedelung im intraoperativen Abstrich nachgewiesen worden.

Schlussfolgerung: Jeder geplanten primären End-zu-Endresektion der Trachea sollte eine präoperative Bronchoskopie mit mikrobiologischer Keimbestimmung vorausgehen. Bei positivem Keimnachweis sollte eine adäquate antibiotische Behandlung erfolgen.

Eine bakterielle Besiedelung nach Langzeitintubation ist ein negativer Prädiktor für das Outcome von primären End-zu-End-Resektionen der Trachea. Trotz hoher Nachweisrate an bakterieller Kontamination war eine Reintervention nur in vier Fällen erforderlich. Eine prophylaktische sowie gegebenfalls gezielte Antibiose kann die Kurz- und Langzeitergebnisse verbessern.