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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Neoadjuvante Radiochemotherapie beim Rektumkarzinom: Ist „Wait and Watch“ eine Option bei kompletter Remission?

Meeting Abstract

  • Hermann Keßler - Universität Erlangen-Nürnberg, Chirurgische Klinik, Erlangen
  • Susanne Merkel - Chiururgische Universitätsklinik Erlangen, Allgemeinchirurgie, Erlangen
  • Klaus Matzel - Chiururgische Universitätsklinik Erlangen, Allgemeinchirurgie, Erlangen
  • Werner Hohenberger - Universitätsklinik Erlangen/Nürnberg, Chirurgische Klinik mit Poliklinik, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch187

DOI: 10.3205/11dgch187, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1871

Published: May 20, 2011

© 2011 Keßler et al.
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Text

Einleitung: Beim Rektumkarzinom wurden bislang keine Kriiterien definiert, wann im Falle einer kompletten Remission des Tumors nach neoadjuvanter Radiochemotherapie auf die Operation verzichtet werden kann.

Material und Methoden: Nach neoadjuvanter Therapie beim Rektumkarzinom wurden in ca. 10 % unserer Patienten nach radikaler Operation ypT0ypN0-Kategorien festgestellt. Bei insgesamt 17 ausgewählten Patienten wurde daher bei vollständiger klinischer Remission auf eine Resektion verzichtet.

Ergebnisse: Bei 10 Patienten mit einem medianen Alter von 57 Jahren (39-80) wurde bei klinischer kompletter Tumorremission ganz auf die Operation verzichtet. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 35 Monaten (2-74) blieben 7 Patienten tumorfrei, ein Patient verstarb nach 17 Monaten an Fernmetastasen der Leber und Nebenniere. Zwei Patienten wurden jeweils nach 4 Monaten verlängerter Beobachtungszeit mit einem pT1pN1- bzw. pT3pN0-Karzinom radikal operiert. Bei drei Patienten hatte sich nach primär kurativer tiefer anteriorer Rektumresektion (pT2pN0- und pT2pN1-Befunde) nach jeweils 2 Jahren ein Lokalrezidiv gezeigt. Nach Radiochemotherapie in neoadjuvanter Intention und kompletter lokaler Remission blieb ein Patient bislang ohne Reoperation über 54 Monate tumorfrei, im zweiten Fall mit bekannten Lebermetastasen bildeten sich zusätzlich Lungen- und Knochenmetastasen, jedoch nach 34 Monaten kein Lokalrezidiv mehr. Der dritte Patient wurde erst nach 25 Monaten wegen eines rpT2rpN0-Karzinoms erneut kurativ operiert. Nach transanaler Vollwandexzision eines pT1pNXM0-Tumors fand sich bei einem 39jährigen Patienten nach 3 Jahren ein Lokalrezidiv mit Lebermetastasen. Nach Radiochemotherapie und kompletter lokaler Remission kam es zu zusätzlichen Lungenfiliae, jedoch keinem Lokalrezidiv (Nachbeobachtung: 48 Monate). Drei weitere Patienten blieben trotz R1-Resektion des Primärtumors ohne Nachresektion tumorfrei, einmal nach neoadjuvanter Radiochemotherapie, in beiden anderen Fällen nach primärer Vollwandexzision und neoadjuvanter Therapie ohne die ursprünglich geplante radikale Resektion..

Schlussfolgerung: In selektiven Fällen von Rektumkarzinomen und Rezidivtumoren ist durch Radiochemotherapie eine Vollremission zu erzielen, die langfristig anhält und ein abwartendes Verhalten unter engmaschiger Kontrolle rechtfertigt.