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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Immunmonitoring nach Organtransplantation – Nicht invasive neue Nachweismethoden zur Beurteilung des Langzeitverlaufs transplantierter Patienten

Meeting Abstract

  • Igor Tsaur - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgie I,, Würzburg
  • Kai Lopau - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgie I,, Würzburg
  • Anil Chandraker - Brigham and Women's Hospital, Harvard Medical School, Boston
  • Christoph-Thomas Germer - Universtitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg
  • Ana Maria Waaga-Gasser - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgie I, Molekulare Onkoimmunologie, Würzburg
  • Martin Gasser - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgie I,, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch182

DOI: 10.3205/11dgch182, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1828

Published: May 20, 2011

© 2011 Tsaur et al.
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Text

Einleitung: Um bessere Langzeitfunktionsraten nach allogener Nierentransplantation (NTx) zu erzielen, wären Nachweisverfahren zu fordern, die eine chronische Transplantatabstoßung frühzeitig erkennen lassen. Ziel war es, zuverlässige, nicht invasive Nachweismethoden dafür zu entwickeln.

Material und Methoden: Einbezogen wurden 77 Patienten mindestens 6 Monate nach NTx mit einem CsA oder Tacrolimus/MMF/Steroid-basiertem Protokoll. 41 von 77 Patienten wiesen stabile Transplantatfunktionen (SF) auf, 36 Empfänger dagegen bioptisch nachgewiesene oder vermutete chronische Abstoßungen (chronic allograft dysfunction, CAD). Analysiert wurden die IFN-γ/IL-10 Profile propagierter PBMCs im Elispot (indirekte alloreaktive T Zellen) sowie Zytokin-Profile im Serum (16 Zytokine-Profil im Luminex).

Ergebnisse: Unter einer Tacrolimus basierten Immunsuppression zeigten sich signifikant häufiger stabile Transplantatfunktionen (SF: Tac/MMF/Steroid 66,7%, n=20/30 vs. CsA/MMF/Steroid 44,7%, n=21/47). CAD-Patienten wiesen eine signifikante IFN-γ Antwort, dagegen Patienten mit SF signifikante IL-10 Antworten auf (indirekter Elispot). Patienten mit CAD waren durch pro-inflammatorische Zytokinprofile charakterisiert (IL-2, IL-2R, IL-6, IL-17, IFN-γ), Patienten mit SF durch anti-inflammatorische Muster (IL-4, IL-5, IL-10, and IL-13). CAD-Patienten wiesen gegenüber denen mit SF höhere IL-1Rα/IL-1β und TNF-RI/TNF-α Ratios (p<0,001) auf.

Schlussfolgerung: Der IL-10/IFN-γ indirekte Elispot und das Profil pro-/anti-inflammatorischer Zytokine kann zur Differenzierung von Patienten mit einer sich klinisch verschlechternden Transplantatfunktion herangezogen werden. Die Ergebnisse werden sich hilfreich für die Beurteilung einer klinisch (in)effektiven Unterdrückung der chronischen Transplantatabstoßung im Verlauf erweisen. In langfristig stabilen Patienten wäre durch eine funktionelle Überwachung der Immunantwort aus gewonnenen Blut-T Zellen eine Minimierung der Immunsuppression unter kontrollierten Bedingungen möglich.