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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Lokalbehandlung von Spalthautentnahmestellen mit Octenidin®-Gel unter Okklusion – Erste Ergebnisse einer prospektiven, doppelblind randomisierten Multicenterstudie

Meeting Abstract

  • Frank Siemers - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck
  • Werner Eisenbeiß - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck
  • Bernd Hartmann - Unfallkrankenhaus Berlin, Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie, Berlin
  • G. Amtsberg - Universitätsklinikum Greifswald, Abt. für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Greifswald
  • Axel Kramer - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Greifswald

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch132

DOI: 10.3205/11dgch132, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1321

Published: May 20, 2011

© 2011 Siemers et al.
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Einleitung: Im Bereich der Wundbehandlung etablierte Hydrogele bieten keinen Schutz vor Infektionen. Dies könnte durch die Verwendung von Octenidin im Wundgel ermöglicht werden. Nachgewiesen ist der erfolgreiche Einsatz von Octenidin gegen grampositive und gramnegative Bakterien, sowie Pilze. Eine prospektive, doppelt-blind randomisierte Multicenterstudie am Modell der Spalthautentnahmestelle sollte Aufschlüsse zur Verträglichkeit und Wirksamkeit von Octenidin-Wundgel geben. Untersucht wurden die Zeitdauer bis zur vollständigen Reepithelialisierung des Spenderareals, die Verträglichkeit des Prüfpräparates sowie das Auftreten von Nebenwirkungen.

Material und Methoden: Spalthautentnahmestellen wurden mit Octenidin-Wundgel 0,05% oder einem Placebo versorgt. Nach Auflage eines weißen Faserverbandes (Aquacel®), wurde die Testwunde für einen Zeitraum von 3 Tagen okkludiert (Varihesive® E). Beim ersten Verbandwechsel erfolgte die erneute Auflage eines Hydrokolloidverbandes (ohne Gel). Nach weiteren 2 Tagen wurde ein transparenter Hydrogel-Folienverband aufgebracht. Klinische Beurteilungen und Fotodokumentationen wurden bei den Verbandwechseln sowie ab dem 6. postop. Tag 2-mal täglich vorgenommen. Ergänzende mikrobiologische Untersuchungen erfolgten.

Ergebnisse: Octenidin-Gel: Einschluß: n=31; planmäßig beendet: n=23, 9 Frauen, 22 Männer; Durchschnittsalter: 44 Jahre (19–65 Jahre); mittlere Größe Wundfläche: 9,95 cm (3–30 cm) x 6,84 cm (2,5–20 cm). Placebo: Einschluß: n=30, Abschluß: n=23; 7 Frauen, 23 Männer; Durchschnittsalter: 42 Jahren (18–65 Jahre); mittlere Größe Wundfläche: 9,17 cm (3,5–20 cm) x 6,38 cm (3–20 cm). Abschluss der Epithelialisierung: Octenidin-Gel Gruppe 8,346 Tage (Median 7,198 Tage); Kontrollgruppe 7,480 Tage (Median 7,146 Tage). Im Gesamtvergleich fanden sich zwischen beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Mikrobiologie: Mehr als 300 koloniebildende Einheiten (cfu): Octenidingruppe: 40% der Probanden; Placebo 80%; 40% der Probanden der Octenidingruppe hatten weniger oder gleich 300 cfu's bei nur 5% in der Placebogruppe.

Schlussfolgerung: Die Verwendung von Octenidin 0,05% Wundgel zeigt im Vergleich zum Placebo kein signifikant höheres zelltoxische Potential in vivo. Die Reepithelialisierung der Spalthautentnahmestelle unter Okklusion erfolgt zeitlich vergleichbar schnell. Die mikrobiologische Wirksamkeit bei Verwendung Octenidin-Gel zeigte günstigere Resultate gegenüber der der Gruppe mit Gel ohne Wirkstoff.