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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Sanduhr-Tumoren der Weichteile am proximalen Oberschenkel und Becken

Meeting Abstract

  • Andrej Ring - Universitätklinikum Bergmannsheil Bochum, Plastische Chirurgie, Bochum
  • Daniel Tilkorn - Universitätklinikum Bergmannsheil Bochum, Plastische Chirurgie, Bochum
  • Ole Goertz - Universitätklinikum Bergmannsheil Bochum, Plastische Chirurgie, Bochum
  • Lars Steinstraesser - Universitätklinikum Bergmannsheil Bochum, Plastische Chirurgie, Bochum
  • Hans-Ulrich Steinau - Universitätklinikum Bergmannsheil Bochum, Plastische Chirurgie, Bochum
  • Stefan Langer - Universitätklinikum Bergmannsheil Bochum, Plastische Chirurgie, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch116

DOI: 10.3205/11dgch116, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1164

Published: May 20, 2011

© 2011 Ring et al.
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Einleitung: Die Anatomie am proximalen Oberschenkel und Becken bedingt die Entstehung von Sanduhr-Tumoren. Die Tumorausbreitung kann translakunär (Lacunae musculorum et vasorum) sowie transforaminal (Foramina ischiadica major et minus) nach extraperitoneal und intrapelvin erfolgen. Konflikt mit Leitstrukturen (A.,V., und N. femoralis, N. ischadicus,) ist häufig. Die Besonderheit der Tumorform wird Anhand ausgewählter Beispiele vorgestellt.

Material und Methoden: Patient 1, 49 J: Lipom (ø 10 und 13 cm ) am proximalen Oberschenkel medial. Tumorausdehnung von dorsokaudal nach ventrokranial, lateral der Adduktoren durch die Lacuna vasorum dorsal der A., und V. femoralis.

Patient 2, 81 J: Rezidiv eines G1-Liposarkom (ø 21 und 11 cm) am proximalen Oberschenkel ventral. Tumorausdehnung dorsal der A. und. V. femoralis von distal nach extraperitoneal durch die Lacuna musculorum ziehend.

Patientin 3, 49 J: Fibrolipom (ø 20 und 11 cm) am proximalen Oberschenkel dorsal. Tumorausdehnung mit Ummauerung des N. ischiadicus infra- und subgluteal über Trochanter minor nach medial mit Durchtritt durch das Foramen obturatum.

Ergebnisse: Bei allen Patienten wurde eine maximale Reduktion der Tumormasse, jedoch kein R-0-Status, erreicht. Eine in toto-Resektion war in keinem der Fälle ausführbar. Makroskopisch vollständige Resektion war in 2 Fällen durch eine in-situ-Fragmentation des Tumors möglich. Bei keinem der Patienten kam es zu einer Funktionsstörung an der betroffenen Extremität. Tumorbedingte Beschwerden konnten durch den Eingriff bei allen Patienten gebessert werden.

Schlussfolgerung: Die Tumorzwangslage sollte präoperativ erkannt werden. Präzise Planung des Zuganges ist anhand suffizienter Bildgebung zu erfolgen. Die Erzwingung einer R-0-Situation, insbesondere bei histologisch gesicherter Benignität, sollte im Hinblick auf die zu erwartende Morbidität und Funktionseinbußen der Extremität vermieden werden. Detaillierte Patientenaufklärung bzgl. des Tumorrestverbleibs und des Lokalrezidivrisikos sowie der Alternativen (Hüftexartikulation, Hemipelvektomie) ist zwingend erforderlich. Bei Diskordanz der primären histologischen und bildgebenden Befunde muss eine Referenzhistoligie erfolgen.