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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die prognostische Relevanz der klinischen und histopathologischen Response beim neoadjuvant therapierten Patienten mit lokal fortgeschrittenem Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs Typ I (AEG I)

Meeting Abstract

  • Benjamin Panzram - Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgie, Heidelberg
  • Langer Rupert - Technische Universität München, Institut für Pathologie, München
  • Karen Becker - Technische Universität München, Institut für Pathologie, München
  • Jörg Rüdiger Siewert - Universtität Heidelberg, Ärztliche Direktion, Heidelberg
  • Katja Ott - Universität Heidelberg, Chirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch092

DOI: 10.3205/11dgch092, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0923

Published: May 20, 2011

© 2011 Panzram et al.
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Text

Einleitung: Nur Patienten, die auf eine neoadjuvante Chemotherapie (CTx) ansprechen, haben einen Prognosevorteil. Dennoch gibt es keinen einheitlichen Standard zur Beurteilung des Ansprechens. Eine histopathologische (histopath.) Regression existiert seit 2003 durch Becker K 1a vs 1b vs 2 vs 3. Nach Becker sind Responder als Regressionsgrad 1a+b definiert, Nonresponder als Regressiongrad 2+3. Nach Langer 2009 verbessert bei einer Subgruppe der AEGs eine Einteilung in drei Graden (1a vs. 1b+2 vs. 3) die Prognoseabschätzung. Ziel ist die Wertigkeit der zwei etablierten histopathologischen Responsegraduierungen und der klinischen Response zu überprüfen.

Material und Methoden: Von 1988 bis 2005 wurden 215 Pat. mit AEG I und klin. Staging cT3/4 N+ cM0/1a neoadjuvant chemotherapiert und reseziert. Das klin. Ansprechen wurde durch CT und Endosonographie nach Abschluss der CTx ermittelt. Ein Rückgang des Tumors >50% in allen Untersuchungsmodalitäten gilt als Ansprechen. Die histopath. Response wurde nach einer Regressionsgraduierung von Becker et al. evaluiert. Grad 1a: keine, Grad 1b: <10%, Grad 2: 10-50%, Grad 3: >50% residuelle Tumorzellen. Die Responsedaten wurden retrospektiv aus einer prospektiven Datenbank gewonnen und hinsichtlich der Prognose analysiert (X2, Logrank-Test).

Ergebnisse: 77 Patienten (36%) sprachen klin. und 56 Patienten (26%) histopath. an(Regr. 1a+b). Beide Klassifikationen zeigen eine signifikante Assoziation mit der Prognose (p<0,001). Die klin. Response korreliert signifikant mit der histopath. Response (p<0,001). Responder Grad 1b unterscheiden sich prognostisch nicht signifikant von Nonresp. Grad 2 (p=0,2). Es ergeben sich bezüglich der histopath. Resp. 3 prognostisch unterschiedliche Gruppen (Med.ÜL: 1a: n.e., 1b/2: 146,2 M, 3: 26,4 M; p<0,001).

Patienten die klin. und histopath. ansprechen, überleben signifikant länger als Patienten die entweder nur in einer Kategorie oder gar nicht angesprochen haben (med. ÜL: klin.+histopath.Resp.: n.e., nur klin. Resp.:78,8 M, nur histopath.Resp.:45 M, keine Resp.: 27,4 M; p<0,001).

Schlussfolgerung: Es konnte die prognostische Relevanz der verwendeten klin. und histopath. Response nach neoadjuvanter CTx bestätigt werden. Ziel der neoadjuvanten CTx sollte ein möglichst hoher Prozentsatz kompletter Remissionen sein, da diese Patienten den größten Überlebensvorteil haben.