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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Komplikationen der suprakondylären Humerusfraktur im Kindesalter und Ergebnisse nach operativer Therapie

Meeting Abstract

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  • Boy Bohn - BG Unfallkrankenhaus, Unfallchirurgie, Orthopädie u. Sporttraumatologie, Hamburg
  • Rüdiger Werbeck
  • Otfrid Beck - Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift Hamburg, Kinderchirurgie, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch068

DOI: 10.3205/11dgch068, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0686

Published: May 20, 2011

© 2011 Bohn et al.
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Einleitung: Die suprakondyläre Humerusfraktur ist eine typische Fraktur des Wachstumsalters bei Sport- und Schulunfällen. Ziel dieser Untersuchung war die Komplikationserfassung und die Evaluation der funktionellen Ergebnisse der im Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift Hamburg operierten Kinder.

Material und Methoden: Insgesamt 191 Patienten mit 194 dislozierten Frakturen wurden vom 1.7.2004–30.6.2009 operiert. Alle Frakturen wurden zeitnah am Unfalltag operiert und osteosynthetisch stabilisiert. Bei 17 Patienten (9%) war eine offene Reposition erforderlich. Eine Osteosynthese mit 2 gekreuzten Kirschner-Drähten erfolgte bei 92% der Patienten. Die Materialentfernung und Bewegungsfreigabe erfolgte nach 4 Wochen; 185 Patienten konnten mit einem Follow-up von 3 Monaten bis 3 Jahren nachuntersucht werden. Bei den Nachuntersuchungen wurden Beweglichkeit, Funktion, Nervenstatus und Achsenverhältnisse kontrolliert.

Ergebnisse: Bei 8 Patienten (4,3%) verblieb eine Fehlstellung in der Frontal- oder Sagittalebene zwischen 11–15°. Eine Indikation zur Korrekturosteotomie bestand bei strenger Indikationsstellung nicht. Nach dem Mayo Performance Score erzielten 182 Patienten (98,4%) die maximale Punktzahl. Traumatische Nervenschäden wurden bei 15 Patienten (8%) dokumentiert, iatrogene bei 6 Patienten (3%). Gefäßinterventionen waren bei 5 Patienten (2,5%) erforderlich.

Schlussfolgerung: Dislozierte instabile suprakondyläre Humerusfrakturen sollten notfallmäßig reponiert und stabilisiert werden. Mit der etablierten Kirschner-Draht-Osteosynthese werden gute Ergebnisse erzielt. Bei Trümmerzonen sind verbleibende Fehlstellungen möglich. Iatrogene Nervenläsionen lassen sich durch Darstellung des N. ulnaris reduzieren. Möglicherweise kann die Komplikationsrate durch Anwendung alternativer Osteosynthese-Verfahren wie der elastischen stabilen intramedullären Nagelung oder eines Fixateur externe weiter reduziert werden.