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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Intraoperative Fallstricke und postoperative Komplikationen bei Unterarmschaftfrakturen im Kindesalter

Meeting Abstract

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  • Martin Michael Kaiser - Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum S-H, Campus Lübeck, Lübeck
  • Lucas Wessel - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim
  • Marion Rapp - Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum S-H, Campus Lübeck, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch067

DOI: 10.3205/11dgch067, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0676

Published: May 20, 2011

© 2011 Kaiser et al.
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Einleitung: Für Unterarmfrakturen im Kindesalter stellt die elastisch stabile intramedulläre Nagelung (ESIN) ein sehr erfolgreiches, minimal-invasives und übungsstabiles Verfahren dar. In der Literatur finden sich dazu kaum Berichte über Major-Komplikationen. Minorkomplikationen sind die passagere die Irritation des N. radialis superficialis, Hautirritationen, der Ausbruch der Gegencorticalis, die verzögerte Durchbauung bzw. die lokale Infektion. Wir berichten über drei außergewöhnliche Komplikationen.

Ergebnisse: a) Eine Grünholzfraktur bei einem vierjährigen Mädchen wurde mit ESIN versorgt. Bei Fieber und zunehmender Schwellung des Unterarmes erfolgte die Verlegung in unsere Klinik. Bei Revision entleerte sich >150 ml Eiter (Streptokokken). Nach Nagelentfernung wurde ein Fixateur angelegt, ein Kompartmentsyndrom gespalten und der Defekt nach Infektsanierung mit Spalthaut gedeckt. Nach späterer Entfernung der Transplantate kam es zu einer kompletten Wiederherstellung der Funktion. b) Ein achtjähriges Mädchen wurde auswärts bei einer Grünholzfraktur radial mit ESIN versorgt. Bei schlechter Stellung wurde in einer 2. OP auf eine Plattenosteosynthese gewechselt. Nach Gipsabnahme nach 3 Wochen trat erneut eine Fehlstellung auf. Nach Verlegung wurde die Platte entfernt und bei V.a. Infektion ein Fixateur angelegt. Bei Pseudarthrose musste auf eine winkelstabile Plattenosteosynthese gewechselt werden. c) Ein 13-jähriger Junge hatte sich den rechten Unterarm zwischen einen Traktor und einen Anhänger geklemmt. Nach ESIN-Osteosynthese ulnar und radial versorgt kam es zu einer massiven Schwellung mit Verlust der Handfunktion. Nach Verlegung wurden umgehend alle Logen gespalten und mit Epigard gedeckt. Nach Spaltthauttransplantation kam es nach 6 Monaten zur kompletten Restitutio.

Schlussfolgerung: Eine technisch einwandfreie ESIN-Osteosynthese erlaubt bei UA-Grünholzfrakturen die sofortige Beübung des Armes und garantiert somit ein optimales Ergebnis. Eine zweimalige insuffiziente Versorgung muss durch entsprechende Kenntnisse unbedingt vermieden werden. Abweichungen von der Routine müssen sofort erkannt und therapiert werden: beim seltenen Kompartmentsyndrom ist ein Erhalt der Unterarm-Funktion nur durch sofortige Dekompression zu erreichen, bei einer tiefen Infektion nach Osteosynthese kann durch eine ebenfalls umgehend eingeleitet Therapie ein äußerst komplizierter Verlauf vermieden werden.