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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Gartentrampolin-Unfälle bei Kindern in der Schweiz

Meeting Abstract

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  • Peter Michael Klimek - Universitätsklinik für Kinderchirurgie, Inselspital, Kinderchirurgie, Bern
  • David Juen - Universitätsklinik für Kinderchirurgie, Inselspital, Kinderchirurgie, Bern
  • Rainer Wolf - Universitätsklinik für Kinderchirurgie, Inselspital, Kinderchirurgie, Bern
  • Theddy Slongo - Universitätsklinik für Kinderchirurgie, Inselspital, Kinderchirurgie, Bern

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch061

DOI: 10.3205/11dgch061, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0612

Published: May 20, 2011

© 2011 Klimek et al.
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Einleitung: Aufgrund subjektiv wahrgenommener Zunahme von Trampolinunfällen bei Kindern wurde eine retrospektive Untersuchung zu Unfallhäufigkeit, Unfallhergang und Ausmass der Verletzungen durchgeführt. Von Beginn an war auch die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung involviert, um im Falle einer Bestätigung der Frequenzzunahme der Unfälle auch Präventivmassnahmen ergreifen zu können.

Material und Methoden: Retrospektive Analyse von Patientenakten der an unserer Klinik behandelten Kinder (Alter bis 16 Jahre) in den Jahren 2003–2009. Die genaue Unfallanalyse und Trampolintypenbestimmung erfolgte mittels eines von der lokalen Ethikkommission bewilligten Elternfragebogens.

Ergebnisse: Es konnten insgesamt 265 Patienten mit Gartentrampolin-Unfällen im Alter von 1–15 Jahren (median 7,3 Jahre) in die Studie eingeschlossen werden. 126 (48%) Patienten waren männlich, 139 (52%) weiblich. Die Unfallhäufigkeit stieg von 4 (2003) auf 96 Fälle pro Jahr (2009) an. 75% der Unfälle ereigneten sich in den Sommermonaten (April bis September). 211 (80%) Patienten konnten ambulant behandelt werden, 18 Patienten (7%) wurden über 24 Stunden überwacht und 36 (13%) Patienten wurden hospitalisiert. Bei 109 Patienten kam es zu einer Fraktur, 73% davon im Bereich der oberen Extremität. In über 75% der Fälle waren zum Unfallzeitpunkt mehr als ein Kind auf der Sprungfläche. In 27% der Fälle war eine Kollision auf dem Trampolin und in 29% ein Sturz vom Trampolin die Unfallursache. Die meisten Unfälle ereigneten sich nach einer Spielzeit von 11–20 Minuten, obwohl die meisten Kinder mehr als 100 Tage Spielerfahrung hatten.

Schlussfolgerung: Diese Untersuchung bestätigt die anfangs nur subjektiv aufgestellte Hypothese einer starken Frequenzzunahme von Trampolinunfällen von 4 (2003) auf 94 pro Jahr (2009). Die steigende Unfallhäufigkeit mit zusätzlicher Hospitalisation in 13% der Fälle führt zu einer erneuten Zunahme der Gesundheitskosten. Die erforderlichen Präventivmassnahmen, wie z.B. Anzahl der gleichzeitig spielenden Kinder auf dem Trampolin, können nun anhand unserer Ergebnisse formuliert werden.