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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Präoperative Lokalisationsdiagnostik und operative Ergebnisse bei 411 pHPT Operationen an einer Klinik für Endokrine Chirurgie

Meeting Abstract

  • Ernst von Dobschütz - Schön Klinik Hamburg Eilbek, Klinik für Endokrine Chirurgie, Hamburg
  • Maria Bührle - Schön Klinik Hamburg Eilbek, Klinik für Endokrine Chirurgie, Hamburg
  • Birte Jacobsen - Schön Klinik Hamburg Eilbek, Klinik für Endokrine Chirurgie, Hamburg
  • Alexandra Zahn - Schön Klinik Hamburg Eilbek, Klinik für Endokrine Chirurgie, Hamburg
  • Jochen Kußmann - Schön Klinik Hamburg Eilbek, Klinik für Endokrine Chirurgie, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch057

DOI: 10.3205/11dgch057, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0571

Published: May 20, 2011

© 2011 von Dobschütz et al.
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Einleitung: Die präoperative Lokalisationsdiagnostik mittels Ultraschall und MIBI-Szintigraphie hat in der operativen Therapie des pHPT zur Vermeidung von zweiseitigen Operationen und Anwendung von fokussierten Operationstechniken bei Eindrüsenerkrankungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ziel dieser Untersuchung ist es die Ergebnisse der Lokalisationsverfahren von unterschiedlichen Untersuchern in der Versorgungsrealität bei einem heterogenen Patientengut mit vielen Zuweisern darzustellen.

Material und Methoden: 411 Patienten mit der Diagnose eines pHPT wurden zwischen 2/2007 und 8/2010 an unserem Endokrinen Zentrum operiert und in einer Datenbank erfasst. Aus dieser Datenbank wurden zwei Gruppen von Patienten bei Erstoperation mit konkardanten Ergebnissen der Prädiktion der zu operierenden Seite durch 2 voneinander unabhängige Methoden der Lokalisationsdiagnostik und Patienten mit fehlenden oder nicht eindeutigen präoperativen Lokalisationen verglichen.

Ergebnisse: Bei 338 Patienten die sich zur Primäroperation eines pHPT ohne präoperativen Verdacht auf eine MEN Erkrankung vorstellten ergab sich eine primäre Erfolgsrate der Operation gesichert durch Normocalzämie und normwertige PTH Werte am ersten post OP Tag von 97%. Mehrdrüsenerkrankungen traten bei 10% der Operationen auf. Die Sensitivität der Prädiktion der richtigen Seite der Lokalisationsdiagnostik war in der MIBI-Szintigraphie bei 69,5% und im Ultraschall bei 75,3%. Beim Vergleich von Patienten mit konkordanten Ergebnissen in zwei präoperativen Lokalisationsverfahren (n=148) war signifikant häufiger (unilateral vs bilateral: 134 vs 14) eine unilaterale Halsexploration möglich als bei Patienten mit diskordanter oder fehlender präoperativer Lokalisationsdiagnostik (N=190, unilateral vs. bilateral: 107 vs. 83). Es ergab sich kein signifikanter Unterschied für das präoperative PTH (171±166 und 168±141 pg/ml) und die Operationszeit (79±34 vs. 83± 36 min) inklusive des in Narkose abgewarteten PTH Wertes für die beiden verglichenen Gruppen.

Schlussfolgerung: Im Vergleich zu Studien mit durch einen Untersucher durchgeführter präoperativer Diagnostik ist die Sensitivität der Seitenprädiktion des präoperativen Ultraschall und der MIBI-Szintigraphie in der Versorgungsrealität nicht besonders hoch. Konkordante präoperative Lokalisationsergebnisse können in der Primäroperation ein einseitiges Vorgehen ermöglichen.