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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Chirurgisch-onkologische Nachsorge bei Patienten mit Rektumkarzinom und neoadjuvanter Radiochemotherapie – Müssen wir das übliche 5-Jahresschema überdenken?

Meeting Abstract

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  • Matthias Zitt - Medizinische Universität Innsbruck, Department Operative Medizin, Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Innsbruck
  • Reinhold Kafka - Medizinische Universität Innsbruck, Department Operative Medizin, Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Innsbruck
  • Johann Pratschke - Medizinische Universität Innsbruck, Department Operative Medizin, Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Innsbruck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch050

DOI: 10.3205/11dgch050, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0504

Published: May 20, 2011

© 2011 Zitt et al.
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Einleitung: Aufgrund der neoadjuvanten Radiochemotherapie (RCTH) mit konsekutiver Totaler Mesorektaler Exzision (TME) können beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom akzeptable Raten an Lokalrezidiven erzielt werden. Nichtsdestotrotz entwickeln bis zu 40% dieser Patienten Fernmetastasen mit dementsprechend schlechter Prognose. Dies geschieht meistens innerhalb von 5 Jahren, allerdings gibt es zunehmend Hinweise, dass die lokale Vorbehandlung den Rezidivzeitpunkt verzögert. Die Wertigkeit eines standardisierten, intensiven Nachsorgeprogrammes wird hinsichtlich Detektion und Therapie von Rezidiven anhand von Langzeitergebnissen dieser Patientengruppe analysiert.

Material und Methoden: Patienten, welche von 1995 bis 2005 mittles neoadjuvanter kombinierter RCTH und anschließender Totaler Mesorektaler Exzision behandelt wurden, werden in Bezug auf Rezidivauftreten und Überleben analysiert. Alle Patienten wurden postoperativ zu einer standardisierten, intensiven Nachsorge eingeladen. Die Nachbeobachtungszeit dieses Patientenkollektives beträgt median 58 Monate [min-max: 2-145].

Ergebnisse: Von 146 kurativ behandelten Patienten nahmen 136 (93%) am standardisierten chirurgisch-onkologischen Nachsorgeprogramm teil; davon wurden 39% dieser Patienten länger als 5 Jahre nachkontrolliert. Die im Nachsorgeprogramm diagnostizierten asymptomatischen Rezidive traten bis 8 Jahre nach Primärbehandlung auf. Fast die Hälfte (22/48; 46%) dieser Patienten konnte in kurativer Absicht re-operiert werden. Davon blieben 41% (9/22) innerhalb der Nachbeobachtungsperiode rezidivfrei. Insgesamt entwickelten 33% der Patienten ein Tumorrezidiv, während 67% rezidivfrei blieben (10-Jahres-krankheitsfreie-Überlebensrate: 63%). Die 5- und 10-Jahres-Überlebensraten dieses Patientenkollektives waren 74% bzw. 60%. Die Effektivität von wiederholten Rezidiveingriffen, auch bei synchron metastasierten Patienten wird detailiert analysiert.

Schlussfolgerung: Um bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom gute Langzeitergebnisse erzielen zu können, ist neben einer optimalen multimodalen Therapie vor allem auch ein standardisiertes, intensives Nachsorgeprogramm notwendig, welches unserer Meinung nach bis zu 10 Jahre dauern sollte. Nur so können asymptomatische und auch späte Rezidive frühzeitig detektiert und einer kurativen Re-Operation zugeführt werden. Die verlängerte intensive Nachsorge wird zudem durch die Tatsache gerechtfertigt, dass auch Re-Eingriffe bei wiederholten Rezidiven onkologisch sinnvoll erscheinen.