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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Veränderung der Resektionsstrategie bei Struma multinodosa durch das intraoperative Neuromonitoring (IONM) des Nervus laryngeus recurrens

Meeting Abstract

  • Andreas Richard Vosschulte - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität , Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Christophe Müller - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität , Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Orlin Belyaev - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität , Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Bernd Bolik - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität , Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Thorsten Herzog - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität , Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Waldemar Uhl - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität , Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch017

DOI: 10.3205/11dgch017, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0171

Published: May 20, 2011

© 2011 Vosschulte et al.
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Einleitung: Bezüglich einer adäquaten Resektionsstrategie insbesondere beim Vorliegen einer Struma wurde bisher eine morphologie- und funktionsgerechte Resektion empfohlen, da bei ausgedehnten Resektionen eine erhöhte Inzidenz von Stimmbandveränderungen postuliert wurde. Ist es sinnvoll unter zusätzlicher Zuhilfenahme des IONM mit vertretbarem Risiko Thyreoidektomien vorzunehmen, um Strumarezidive mit deutlich größerem OP-Risiko zu vermeiden?

Material und Methoden: Retrospektiv wurden 318 Patienten mit 560 „nerves at risk“ (NAR) erfasst. Es erfolgte die Dokumentation des Resektionsausmaßes und der Verwendung des IONM und dessen Ergebnis. In der postoperativen Laryngoskopie unmittelbar post OP und nach 6 Monaten wurden die auffälligen Stimmbandbefunde dokumentiert.

Ergebnisse: Hauptindikation war bei 72% der Patienten eine Struma multinodosa. Haupteingriff war in 66% eine Thyreoidektomie. Bei 38 Patienten ergab sich ein auffälliger Befund in der postoperativen Laryngoskopie [19 einseitige und 3 beidseitige Stimmbandstillstände, 19 einseitige und 1 beidseitige Stimmbandminderbeweglichkeit (SBMB)]. Nach 6 Monaten bestanden 2 permanente Stimmbandstillstände (0,36%) und 16 SBMB (2,86%).

Schlussfolgerung: Die Rate an permanenten SBMB und permanenten Stimmbandstillständen (Recurrensparesen) ist auch bei ausgedehnten Resektionen vergleichbar mit den Ergebnissen anderer Studien. Unter der pathophysiologischen Überlegung der Entstehung einer Struma multinodosa sowie eines Strumarezidives ist ein radikales Resektionskonzept sinnvoll. Dabei sollte das IONM regelhaft verwendet werden, um beim Vorliegen einer Struma multinodosa mit niedriger Morbidität eine umfangreiche Resektion zur Rezidivprophylaxe vornehmen zu können. Eine prospektive Studie zur Verwendung des IONM bei Struma multinodosa ist notwendig.