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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Entscheidungsstrategien beim papillären Mikrokarzinom der Schilddrüse

Meeting Abstract

  • Kenko Cupisti - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Martin Anlauf - Universitätsklinikum Düsseldorf, Pathologisches Institut, Düsseldorf
  • Jürgen Witte - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Aline Chanab - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Markus Krausch - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Andreas Raffel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Alexander Rehders - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Claus Ferdinand Eisenberger - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Wolfram Trudo Knoefel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch010

DOI: 10.3205/11dgch010, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0104

Published: May 20, 2011

© 2011 Cupisti et al.
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Einleitung: Die Behandlung des papillären Mikrokarzinoms der Schilddrüse (PMC) ist nach wie vor umstrittten.

Material und Methoden: In unserer Klinik wurde zwischen 1988 und 2010 134 Patienten mit PMC operiert.

Ergebnisse: Es handelte sich um 103 Frauen und 31 Männer, Medianes Alter 48 Jahre (Spanne 12-75).

Bei 114 Patienten (85%) konnte die Diagnose erst postoperativ gestellt werden, bei 9 Patienten (17%) im Schnellschnitt und bei 11 Patienten durch eine klinisch auffällige Lymphknotenmetastase. Die Tumorgröße reichte von 0,1 bis 1 cm (Median 0,5 cm). 44 Patienten (33%) hatten multiple Tumoren, 13 Patienten hatten beidseitige Tumoren (13%). 38 Patienten hatten vollständig gekapselte Tumoren (28%), 10 Patienten hatten partiell gekapselte Tumoren (7%) und 67 Patienten hatten ungekapselte Tumoren (50%), bei 19 Patienten ist der Kapselstatus unklar (14%).

38 Patienten (28%) hatten eine primäre Thyreoidektomie, 19 Patienten (14%) hatten eine Dunhill-Operation. 32 Patienten (24%) hatten eine Komplettierungsoperation. 45 Patienten (34%) hatten weniger als eine Dunhill-Operation und wurden nicht reoperiert.

57 Patienten (43%) bekamen eine zusätzliche Radiojodtherapie, davon zeigten 42 einen unauffälligen Radiojodscan. 15 Patienten zeigten einen auffälligen Radiojodscan, davon wurden 13 Patienten nachoperiert und bei allen 13 fanden sich histologisch gesicherte Lymphknotenmetastasen. Der größte Risikofaktor für die Entwicklung von Lymphknotenmetastasen, die bei insgesamt 19% unserer Patienten nachweisbar waren, war der Kapselstatus des PMC.

Schlussfolgerung: PMC werden meistens erst postoperativ diagnostiziert (85%), sind prozentual in beachtlicher Größenordnung multipel (33%) und weisen Lymphknotenmetastasen auf (19%). Die prognostische Bedeutung dieser Befunde quoad vitam ist unklar, jedoch sind sie häufiger mit unangenehm zu operierenden Lokalrezidiven vergesellschaftet. Bei ungekapselten PMC empfehlen wir daher sicherheitshalber eine Thyreoidektomie und Radiojodtherapie.