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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Auswirkung von Antibiotikagaben auf den Krankheitsverlauf kindlicher Appendizits

Meeting Abstract

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  • Marc Pfluger - Uniklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Dresden
  • Christine Bellmann - Uniklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Dresden
  • Guido Fitze - Uniklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch003

DOI: 10.3205/11dgch003, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0031

Published: May 20, 2011

© 2011 Pfluger et al.
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Einleitung: Die akute Appendizitis ist eine der häufigsten Ursachen für ein akutes Abdomen im Kindesalter und somit auch eine der häufigsten Operationsindikationen in diesem Fachgebiet. Das therapeutische Management der akuten kindlichen Appendizitis ist Gegenstand aktueller Studien. Im Vortrag soll diskutiert werden bei welchen Indikationen im untersuchten Patientengut mit einer intraoperativen Antibiose begonnen wurde und ob der Einsatz der Standartantibiose Cefuroxim und Metronidazol sinnvoll ist gemessen am postoperativen Verlauf.

Material und Methoden: Es wurden folgende Parameter berücksichtigt: die genommenen Bauchhöhlenabstriche mit Resistenztestungen, der Grad der Entzündung der Appendix sowie Besonderheiten in der Wundheilung bzw. Wundheilungsstörungen.

Ergebnisse: Im untersuchten Patientengut wurden 168 Bauchhöhlenabstriche gewonnen, bei über 19% fanden sich Keime, überwiegend waren die Enterobacteria mit dem Hauptvertreter E. coli, eine weitere grosse Gruppe stellen die Bacteroides, bei welchen es sich um obligat anaerobe, pleomorphe, gramnegative Stäbchenbakterien handelt, die zur Normalflora der Schleimhäute des Intestinaltraktes gehören. Es wurden jeweils die Resistenzlage gegenüber der üblich verwendeten Antibiotika getestet. Vor allem bei schweren Stadien der Entzündung konnten verschiedene Keime im Bauchhöhlenabstrich nachgewiesen werden, so dass es sinnvoll scheint bei jeder Appendektomie einen Bauchhöhlenabstrich zu nehmen um die antibiotische Therapie resistenzgerecht abzustimmen. Es zeigten sich einige Resistenzen der nachgewiesenen Keime gegenüber der Standartantibiose Cefuroxim und Metronidazol. Bei 11 Keimen wurde die Resistenzlage gegenüber Cefuroxim nicht bestimmt. Dabei handelte es sich vor allem um Pseudomonas aeruginosa, welche prinzipell keine Sensibilität auf Cephalosporine zeigen. Neun Patienten waren auf Metronidazol resistent.

Schlussfolgerung: Da die Kombination aus Cefuroxim und Metronidazol vor allem gegen häufig gefundene Keime Resistenzen aufweist ist eine Umstellung der Standartantibiose zu diskutieren. Aufgrund der Resistenzlage zeigte sich, dass eine Standartantibose mit Cefuroxim, Amikacin und Amoxicillin mit Clavuransäure die Keime besser abdeckt. Eine antibiotische Therapie ist besonders bei fortgeschrittenen Entzündungsstadien zu empfehlen, um das Risiko einer postoperativen Infektion so gering wie möglich zu halten.