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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Laparoskopische milzerhaltende Operation bei komplexer, traumatischer Milzruptur im Stadium II–III

Meeting Abstract

  • Thomas Jungbluth - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Hamed Esnaashari - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Ralf Bouchard - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Tilman Laubert - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck, Deutschland
  • Uwe-Johannes Roblick - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Chirurgisches Forschungslabor, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Hans-Peter Bruch - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Chirurgisches Forschungslabor, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch758

DOI: 10.3205/10dgch758, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch7589

Published: May 17, 2010

© 2010 Jungbluth et al.
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Text

Einleitung: Die traumatische Verletzung des Milzparenchyms bei polytraumatisierten Patienten erfordert ein zügiges und differenziertes Management. Häufig ist hier ein operatives Vorgehen indiziert. Dabei hat die milzerhaltende Operation in minimal-invasiver Technik in den letzten Jahren einen zunehmenden Stellenwert erhalten.

Material und Methoden: Wir stellen den Fall eines polytraumatisierten, 21-jährigen Patienten nach stattgehabtem Verkehrsunfall mit Thorax- und Abdominal-Trauma sowie Frakturen des Beckens, der Wirbelsäule und der Extremitäten vor. Zum Zeitpunkt der Einlieferung in den Schockraum war der Patient anämisch (Hb 8,8 g/dl) und kreislaufstabil. In der sonographischen Primärdiagnostik zeigte sich massiv freie Flüssigkeit mit dem Verdacht auf eine Milzruptur, sodass die Indikation zur sofortigen Laparoskopie gestellt wurde. Die Laparoskopie wurde in 3-Trokar-Technik durchgeführt.

Intraoperativ zeigte sich eine komplexe Milzverletzung. Zwei Parenchymrupturen im Stadium II–III waren im Bereich der Margo inferior gelegen. Zwei Kapselrupturen reichten in den Milzhilus hinein. Nach Mobilisation der linken Flexur und der lateralen Milzaufhängung wurden alle Milzverletzungen mit beschichteten Kollagen-Fliessen(TachoSil®) versiegelt. In hand-over-hand-Technik wurde der Dünndarm durchgemustert. Wegen einer Jejunalperforation wurde das betroffene Dünndarmsegment über eine Erweiterung der Trokarinzision reseziert.

Ergebnisse: Nach prä- und intraoperativer Gabe von 4 EKs und 4 Frischplasmen war der Patient Hb- und kreislaufstabil. Die weitere Frakturversorgung erfolgte nach Durchführung der Traumaspirale, welche die Komlexizität der Milzruptur abbildete.

(Abbildung 1 [Abb. 1])

Schlussfolgerung: In Anbetracht der weiterreichenden Folgen einer Splenektomie ist insbesondere bei jungen Patienten die milzerhaltende Operation anzustreben. Bei entsprechender Expertise kann der Eingriff unter Beachtung der Kreislaufverhältnisse minimal-invasiv durchgeführt werden.