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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Extremitätenerhalt durch mikrochirurgischen Gewebetransfer in der septischen Fußchirurgie

Meeting Abstract

  • Klaus Exner - St. Markus-Krankenhaus, Plastische Chirurgie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Farzin Nourbakhsh - Markus-Krankenhaus Frankfurt am Main, Klinik für Plastische Chirurgie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Bianca Baican - St. Markus-Krankenhaus, Plastische Chirurgie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Steffen Baumeister - Markus-Krankenhaus, Plastische Chirurgie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Frankfurt, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch706

DOI: 10.3205/10dgch706, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch7067

Published: May 17, 2010

© 2010 Exner et al.
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Einleitung: Interdisziplinäre Strategien von Orthopäden, Unfallchirurgen, Gefäßchirurgen, Angiologen und Plastischen Chirurgen können den Funktionserhalt des Fußes bei nekrotisierenden Infektionen auch in fortgeschrittenem Stadium ermöglichen. Bei Meningokokkensepsis sind besonders exakte diagnostische und therapeutische Schritte erforderlich, um einen deletären Verlauf zu verhindern.

Material und Methoden: In einer Langzeitstudie wurden die Daten von 50 Patienten mit nekrotisierender Infektion des Fußes erfaßt. Die Nachbeobachtungszeit betrug minimal 2, maximal 24 Jahre mit einem Median von 8,5 Jahren. Das Ausmaß des Gewebedefektes, die Ätiologie der Erkrankung, Pathogenität der Errger und der individuelle Gefäßstatus der unteren Extremität wurde in Relation zu den therapeutischen Strategien systematisiert.

Ergebnisse: Bei 29 Patienten konnte der Extremitätenerhalt mit Skapular- und Paraskapularlappen erreicht werden, davon wurde bei 8 Patienten ein ossäres Segment der Skapula in den mikrochirurgischen Gewebetransfer integriert.

In 9 Fällen wurde ein Radialislappen angewendet und in 12 Fällen ein Gewebetransfer auf der thorakodorsalen Gefäßachse (M. latissimus, M. serratus ant., Serratus-Faszienlappen).

In der Studie zeigte das zeitnahe und skrupellose Debridement, die bakterielle Dekontamination und die Rekonstruktion der Gefäßbahnen der unteren Extremität die beste Konditionierung für die definitive Defektdeckung mit freier Lappenplastik.

Bei Meningokokkensepsis wurde durch Dekompression des Kompartments bei ersten Anzeichen der Zirkulationsminderung eine erhebliche Minderung der Nekrosezonen erreicht.

Schlussfolgerung: Interdisziplinäre Strategien führen bei nekrotisierender Infektion am Fuß zu einem erhöhten Extremitäten- und Funktionserhalt. Bei Meningokokkensepsis und nekrotisierender Fasziitis sind stündliche Kontrollen der Blutzirkulation mit dem Doppler erforderlich, um eine fortschreitende Nekrotisierung durch sofortige operative Dekompression der Gefäßachse zu verhindern.