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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Tumorenukleationen am Pankreas: Indikationen, Technik und Outcome verglichen mit Standardresektionen

Meeting Abstract

  • Thilo Hackert - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Werner Hartwig - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Ulf Hinz - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Markus W. Büchler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Jens Werner - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemeine, Viscerale und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch652

DOI: 10.3205/10dgch652, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6523

Published: May 17, 2010

© 2010 Hackert et al.
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Einleitung: Standardeingriffe am Pankreas beinhalten v.a. die Whipple-Operation und die Linksresektion. Neben diesen „typischen“ Eingriffen können bei entsprechender Indikation limitierte Resektionen wie Tumorenukleationen durchgeführt werden. Ziel der Studie war es, diese – weniger standardisierten – Eingriffe mit Standardpankreasresektionen zu vergleichen.

Material und Methoden: Die prospektiv gesammelten Daten aller Patienten mit Pankreaseingriffen zwischen 2001 und 2008 wurden ausgewertet. Patienten mit Enukleationen wurden in einer Matched-Pair-Analyse (1:2) verglichen mit Patienten, die ein ausgedehnteres resektives Verfahren (Whipple- oder Linksresektion) erhielten. Dabei wurden Indikationen, Tumorlokalisationen, operative Parameter, Komplikationen und Outcome ausgewertet.

Ergebnisse: Bei 35 Patienten erfolgte bei benignen Tumoren, zystischen Läsionen und IPMNs eine Tumorenukleation am Pankreas. Operationszeit, Blutverlust, Intensiv- und Krankenhausaufenthalt waren bei Enukleationen verglichen mit Whipple- und Linksresektionen signifikant verringert, die Gesamtmorbidität betrug 20%. Führend waren unkomplizierte Pankreasfisteln (Typ A; 17%) mit verlängerter Drainagebehandlung; es traten keine revisionspflichtigen Komplikationen oder perioperative Todesfälle auf. Im Vergleich zu Whipple- und Linksresektionen entwickelten signifikant weniger Patienten einen postoperativen Diabetes mellitus (0% vs. 7.9% vs. 9.3%) und exokrine Insuffizienz (0% vs. 42.1% vs. 18.8%).

Schlussfolgerung: Tumorenukleationen am Pankreas können mit geringer Komplikationsrate durchgeführt werden. In unserem Patientenkollektiv traten keine schwerwiegenden Komplikationen auf, es bestand keine perioperative Mortalität. Endokrine und exokrine Pankreasfunktion waren bei keinem Patienten kompromittiert. Damit stellt die Enukleation ein limitiertes, funktionserhaltendes Verfahren dar und sollte bei geeigneter Indikation gegenüber ausgedehnteren Resektionsverfahren bevorzugt werden.